Montag, 19. November 2018

EU hat Bedenken bei Fusion der Zugsparten Siemens und Alstom müssen liefern

EU präzisiert Bedenken: Noch kein grünes Licht für Fusion der Zugsparten von Siemens und Alstom

Die EU-Kommission hat ihre Einwände zur Fusion der Bahntechnik-Sparten von Siemens und Alstom an die beiden Konzerne übermittelt. Ein entsprechendes Schreiben sei eingegangen, bestätigten die beide Unternehmen. Zur Frage, in welchen Punkten die EU genau Nachbesserungsbedarf sieht, wollte sich das Unternehmen jedoch nicht äußern. "Diese Transaktion ist komplex und findet in einem dynamischen Markt statt", teilte Alstom mit.

Die wachsende Konkurrenz chinesischer Anbieter sei zwar "ein valides Argument", sagte jedoch EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dem "Handelsblatt". Aber der europäische Markt funktioniere "sehr anders". Er sei hochentwickelt, "weil wir viel dafür tun, dass wir sicher mit dem Zug fahren können, und wegen der langen Vorgeschichte - wir bauen in Europa schließlich seit Jahrhunderten Züge".

Die Zeitung hatte zuvor berichtet, die EU-Behörde fürchte bei Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie bei fahrerlosen U-Bahnen Einschränkungen des Wettbewerbs. Im Juli hatte die Kommission eine eingehende Prüfung der Fusion bis spätestens zum 28. Januar 2019 angekündigt. "Die Kommission hat Bedenken, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb im Bereich der Zulieferung mehrerer Arten von Schienenfahrzeugen und Signalsystemen beeinträchtigen könnte", erklärte die Behörde damals.

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Siemens und Alstom wollen ihre Zugsparten zusammenbringen, um vor allem der starken chinesischen Konkurrenz in der Branche zu begegnen. Die Fusion hatten sie im vergangenen Jahr angekündigt mit der Begründung damit vor allem die wachsende Konkurrenz durch die beiden chinesischen Staatsunternehmen CRRC und CRSC zu reagieren. Die EU-Kommission prüft derzeit die Auswirkungen des Milliardengeschäfts auf den Wettbewerb. Eine Entscheidung muss sie bis zum 21. November treffen.

Siemens und Alstom haben nun zehn Tage Zeit zu antworten und die Bedenken aus dem Weg zu räumen. Die Konzerne wollen die Zusammenlegung der Zuggeschäfte im ersten Halbjahr 2019 über die Bühne bringen.

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