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06.06.2013
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Siemens-Chef
Die Energie-Wende des Peter Löscher

Von Nils-Viktor Sorge, Berlin

Strategieschwenk: Siemens-Chef Peter Löscher hat inzwischen ein gespaltenes Verhältnis zur Energiewende
DPA

Strategieschwenk: Siemens-Chef Peter Löscher hat inzwischen ein gespaltenes Verhältnis zur Energiewende

Siemens-Chef Peter Löscher galt lange als überzeugter Verfechter der deutschen Energiewende. Allerdings verdirbt das Projekt dem Konzern zunehmend das Geschäft. Nun tritt Löscher auf die Bremse - wohl auch, um seinen Job zu retten.

Peter Löschers grimmiger Blick passt so gar nicht in diese Umgebung. Eine bunt-fröhliche Ausstellung rund um das Thema Energie hat Siemens in einem Zelt am Berliner Tempodrom aufgebaut.

Da drehen sich ein paar Modell-Windräder - sie sind Teil eines Kombi-Kraftwerks, das mit Strom Wasserstoff erzeugen soll. Ein Roboterarm, der 60 Prozent Energie sparen soll, greift nach einer Metallplatte. Auf einem Bildschirm blinken grüne Häkchen und zeigen, das im intelligenten Siemens-Stromnetz im Oberallgäu alles rund läuft.

Doch diese Wunderwelt der Energie-Zukunft bereitet dem Siemens-Chef derzeit kaum Freude. Stattdessen setzt ihn die real existierende deutsche Energiewende zunehmend unter Druck, und so hat Löscher merklich den Spaß an dem Projekt verloren.

Früchte der Energiewende ernten? Fehlanzeige!

"Deutschland im Jahr 2 der Energiewende ist leider ein Land kostspieliger Widersprüche", donnert Löscher vom Podium. Er spricht von hohen Kosten und geringem Nutzen für die Bundesrepublik. Doch den Widerspruch erfährt er vor allem täglich am eigenen Leib: So war es Löscher selbst, der die Energiewende zur Jahrhundert-Chance auch für Siemens Chart zeigen ausrief - er witterte ein gigantisches Geschäft mit Gaskraftwerken, Windrädern und sparsamen Maschinen.

Doch das Unternehmen spürt derzeit vor allem die Mühen, die mit der Energiewende verbunden sind. Früchte ernten? Fehlanzeige. Während Stromkunden über steigende Kosten für Endverbraucher klagen, macht Siemens der unerwartete Verfall der Strompreise an der Börse zu schaffen - fast niemand in Europa will mehr Gaskraftwerke von Siemens kaufen, weil völlig unklar ist, ob und wann diese sich amortisieren.

"Die Versorger haben Pläne für neue Kraftwerke, aber sie bleiben derzeit meist in den Schubladen, weil sich die Investitionsbedingungen deutlich verschlechtert haben", sagt Analyst Volker Stoll von der Landebank Baden-Württemberg. Nur in Einzelfällen sei die Lage anders. Für Siemens ist das doppelt ärgerlich: Europa gilt immer noch als potenziell größter Kraftwerksmarkt der Welt und Siemens ist einer der Platzhirsche. "Siemens könnte hier ein hohes Wachstum ausweisen, wenn die Rahmenbedingungen besser wären", sagt Stoll.

Doch ausgerechnet die erneuerbaren Energien haben Siemens einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Preise vor allem für Solaranlagen sind in den vergangenen zwei Jahren abgestürzt - Privatleute und Investoren haben für Milliarden Euro Sonnenkraftwerke jeder Größe gebaut. Wegen der daraus folgenden Stromschwemme - und der schwachen Konjunktur - stürzt der Börsenpreis für Elektrizität auf immer neue Tiefstände.

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