Dienstag, 31. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Preisverfall setzt Öl-Multis zu Shell will 10.000 Stellen streichen

Gewinn mehr als halbiert: Der niedrige Ölpreis setzt den Ölkonzernen zu, Shell steuert jetzt mit Jobabbau und Produktionskürzung dagegen

Das Überangebot an Öl drückt die Preise, die Gewinne der Öl-Multis brechen weg. Als erster der Ölriesen legt Shell Zahlen vor - und will insgesamt 10.000 Jobs abbauen.

Der Ölpreisverfall setzt dem britisch-niederländischen Energieriesen Shell Börsen-Chart zeigen stark zu. Mit Produktionskürzungen, einem umfangreichen Stellenabbau und stark eingedampften Investitionen stemmt sich der Konzern wie andere Wettbewerber auch gegen den Preisrutsch.

Im Zuge der geplanten Übernahme des britischen Gasförderers BG sei 2015 und 2016 ein Abbau von etwa 10.000 Stellen in beiden Unternehmen geplant, teilte Shell am Mittwoch mit. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um weitere drei Milliarden Dollar (2,75 Milliarden Euro) gesenkt werden.

Der freie Fall der Ölpreise lässt auch die Gewinne bei Shell drastisch schrumpfen. Allein im Schlussquartal 2015 dürfte der bereinigte Gewinn - eine für Shell Börsen-Chart zeigen wichtige Kennziffer - auf 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar abgesackt sein, teilte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,3 Milliarden Dollar gewesen.

Ähnlich sieht es beim erwarteten Reingewinn für das Gesamtjahr 2015 aus. Hier werden 10,4 bis 10,7 Milliarden Dollar erwartet. Der vollständige Quartalsbericht soll am 4. Februar veröffentlicht werden.

Shell ist der erste Ölriese, der Zahlen für 2015 bekanntgibt. Der Preisverfall und geringeres Wachstum vor allem in China und in Schwellenländern setzt die gesamte Branche bereits seit Monaten unter schweren Druck. Derzeit werden weniger als 30 Dollar für ein Barrel (159 Liter) bezahlt. Mitte 2014 waren es bei der Ölsorte Brent noch mehr als 100 Dollar.

Total rechnet mit mindestens 20 Prozent Gewinnrückgang

Der französische Wettbewerber kündigte gestern an, er rechne für 2015 mit einem Gewinnrückgang von mehr als 20 Prozent. Um seine Aktionäre aber bei der Stange zu halten, will der Konzern die Dividende nicht kürzen. Stattdessen will Total Börsen-Chart zeigen die Investitionen eindampfen.

Auf eine zumindest stabile Dividende setzt auch Shell. Sie soll im laufenden Jahr mindestens 1,88 US-Dollar je Aktie betragen, teilte Shell weiter mit. Genau diesen Wert peilt der Konzern auch für 2015 an. Am Finanzmarkt sackten Shell-Aktien dennoch um knapp 4 Prozent ab.

Dagegen konnte die BG Group durch einen höheren Ausstoß die Auswirkungen der niedrigen Energiepreise im vergangenen Jahr etwas abfedern. 2015 dürfte der Gewinn bei mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar liegen, teilte der Konzern ebenfalls am Mittwoch mit. Die Kennzahl wird unter anderem durch Spartenverkäufe aufgepolstert.

Der Konzern hatte Anfang April 2015 der Fusion mit Shell zugestimmt. Der Wettbewerber will insgesamt 64 Milliarden Euro (Stand Anfang April) in Aktien und Bargeld für die BG Group auf den Tisch legen. Shell will sich gemeinsam mit dem Partner verstärkt Tiefseebohrungen und dem Flüssiggas LNG zuwenden.

rei/dpa

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH