Montag, 5. Dezember 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Senvion-Börsengang am 18. März Traum-Rendite für die Wind-Dealer von Centerbridge

Senvion geht an die Börse: Die Weltmächte der Windkraft
Fotos
Senvion

Das nennt sich guter Deal: US-Investor Centerbridge bringt den Hamburger Windradbauer Senvion zu einem extrem günstigen Zeitpunkt an die Börse.

Der Hamburger Windradbauer Senvion will seine Erstnotiz an der Frankfurter Börse am 18. März feiern. Die Aktien der ehemaligen Repower würden institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung für 20,00 bis 23,50 Euro angeboten, teilte Senvion mit.

Damit werde das Unternehmen mit zwischen 1,3 und 1,53 Milliarden Euro bewertet. Die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood, wollten inklusive einer Mehrzuteilungsoption bis zu 29,9 Millionen Aktien abgeben, was einem Streubesitz von 46 Prozent entspricht. Die Mehrheit bleibt also in den Händen der Alteigentümer.

"Der Zugang zu den Kapitalmärkten wird unseren Wachstumskurs unterstützen", erklärte Vorstandschef Jürgen Geißinger, früher Chef des Industrie- und Automobilzulieferers Schaeffler.

Mit dem Börsengang wolle Senvion einen Strich unter seine wechselhafte Vergangenheit ziehen und neue Investoren anlocken, erläuterte eine mit den Plänen vertraute Person. Bis vor einem Jahr gehörte die Firma noch zum indischen Suzlon -Konzern, der unter einem hohen Schuldenberg ächzte. Um Geld in die Kasse zu bekommen, verkaufte dieser Senvion für rund eine Milliarde Euro an Centerbridge und den indischen Finanzinvestor Arpwood.

Netto-Cash statt Schulden

"Viele Marktteilnehmer verbinden Senvion immer noch mit der hochverschuldeten Suzlon und wollen sich nicht engagieren", erläuterte der Insider. "Der Börsengang ist ein Weg, dem Markt klarzumachen, dass es keine Verbindungen mehr zu Suzlon gibt und dass Senvion jetzt keine Schulden mehr hat, sondern netto Cash generiert."

Für Centerbridge dürfte der Börsengang nach etwas über einem Jahr einen respektablen Gewinn einbringen. Damals hatte der Finanzinvestor das Unternehmen für 5-fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) erworben, den Wert durch Wandlung von Umlaufvermögen in Barmittel aber rückwirkend auf das 2,5-fache gedrückt. Börsennotierte Konkurrenten von Senvion wie Vestas, Gamesa, Nordex oder Xinjiang Goldwind werden derzeit zum Teil mit dem achtfachen ihrer erwarteten operativen Gewinne gehandelt.

Senvion installiert Windenergieanlagen an Land und auf hoher See und beschäftigt weltweit 3900 Mitarbeiter. Im Kalenderjahr 2015 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben pro forma einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 210,4 Millionen Euro. Geschäfte macht die Firma unter anderem in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Italien, aber auch in den USA, China und Australien. Senvion werde noch in weitere Märkte expandieren, kündigte Geißinger an.

Unter dem Namen Repower war der Windkraftbauer bereits bis 2011 an der Börse. Vor der Finanzkrise war der Kurs der Aktie zeitweise über die Marke von 200 Euro gesprungen, nachdem sie 2002 für 41 Euro an die Börse gebracht worden war.

Die Senvion Papiere sollen nun im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet werden, was bestimmte Veröffentlichungspflichten mit sich bringt. Der Börsengang wird unter anderem von der Deutschen Bank, JP Morgan und Citigroup begleitet.

nis/rtr/dpa

Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH