Samstag, 20. Oktober 2018

Tom Schmitt verlässt wichtigste Bahn-Tochter Schenker-Vorstand wird nicht Chef - und geht

Verlässt das Deutsche-Bahn-Reich: Schenker-Vorstand Tom Schmitt, hier auf einem fast zehn Jahre alten Foto, damals noch in Diensten von FedEx.

Der wichtigste Umsatzbringer der Deutschen Bahn (DB) verliert eine seiner zentralen Führungskräfte. Bei der Logistik-Tochter DB Schenker geht Vorstand Tom Schmitt, als Chief Commerical Officer zuständig für Marketing und Vertrieb sowie für die Kontrakt-Logistik. Nach Informationen von manager-magazin.de könnte die Personalie schon in den kommenden Tagen offiziell werden.

Schmitt war erst vor drei Jahren zu dem Groß-Spediteur gekommen. DB Schenker setzte 2017 mit 72 000 Beschäftigten 16,3 Milliarden Euro um und ist mit einem Anteil von 38 Prozent die umsatzstärkste Tochter des Staatskonzerns.

Schmitts Abgang ist Ergebnis einer unerfüllten Karriere-Option. Schmitt hatte sich Hoffnungen auf den Chefposten bei DB Schenker gemacht, nachdem Amtsinhaber Jochen Thewes vor knapp zwei Jahren polizeilich aufgefallen war. Der Schenker-Chef hatte in Singapur eine vierzehntägige Haftstrafe antreten müssen, nachdem er dort betrunken einen Taxifahrer, der ihn angeblich nicht mitnehmen wollte, angepöpelt und gestoßen sowie dessen Taxi beschädigt hatte. Thewes hatte sich danach entschuldigt. Sein Aufsichtsrat ließ ihn daraufhin im Amt.

Schmitt, der vor seinem Job bei Schenker vornehmlich im Ausland gearbeitet hatte, soll deswegen nun ein Angebot auf einen Chefposten bei einem anderen Konzern angenommen und bei Schenker gekündigt haben. Ein Sprecher Schenkers wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren.

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