Mittwoch, 7. Dezember 2016

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Preisverfall und Billigimporte Stahlriese Salzgitter schließt Verlust nicht aus

Preis bleiben unter Druck: Der Stahlkonzern Salzgitter traut sich im laufenden Geschäftsjahr keine klare Prognose zu

Sparprogramm und Umbau haben Salzgitter zwar operativ wieder in den grünen Bereich bugsiert. Aber die Branchekrise lässt Deutschlands zweitgrößten Stahlhersteller nicht los.

Angesichts des Preisverfalls, der Billigimporte aus China und vieler kaum ausgelasteten Fabriken traut sich der MDax-Konzern im laufenden Jahr vor Steuern nur "in etwa" eine schwarze Null zu. Diese am Freitag vorgelegte Prognose steht zudem noch unter Vorbehalt. Damit sind rote Zahlen im Konzern auch im Jahr 2016 wahrscheinlich.

"Wir werden daher in unseren Anstrengungen, den Salzgitter-Konzern weiter zu optimieren, nicht nachlassen", kündigte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann an.

Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust 2015 mit 45,5 Millionen Euro noch einmal merklich; der Fehlbetrag wuchs um 43 Prozent. Zentraler Grund für den negativen Sprung ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs zur steuerlichen Behandlung von Dividendenerträgen. Die Entscheidung sorgte für 26,5 Millionen Euro Sonderaufwand.

Auf der Habenseite ist zu vermerken, dass sich Salzgitter erstmals seit 2011 zumindest im Ergebnis vor Steuern (Ebt) wieder in die schwarzen Zahlen kämpfte: Es gab 12,6 Millionen Euro plus (2014: minus 15,2 Millionen Euro). Dazu trug eben das harte Sparprogramm bei.

An der Börse kam Prognose nicht gut an. Aktien der im MDax gelisteten Salzgitter Börsen-Chart zeigen rutschten am Vormittag gegen den freundlichen Trend um 1,3 Prozent ab. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank machte in einem ersten Kommentar auf den "enttäuschenden Ausblick 2016" ab. Der Analyst bleibt bei seiner Verkaufsempfehlung und überarbeitet seine Prognosen für den Stahlkonzern.

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rei/dpa/reuters

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