Freitag, 22. September 2017

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Dumping-Vorwurf Stahlkonzern Salzgitter sieht sich als Opfer von Trump

Strafzölle gegen den Stahlkonzern Salzgitter: "Trump will uns absichtlich schaden"

Der Stahlkonzern Salzgitter sieht sich von den US-Behörden zu unrecht des Dumpings beschuldigt und muss hohe Strafzölle zahlen. Der Konzern hat den Behörden 20 Millionen Datensätze übermittelt, die das Gegenteil beweisen sollen und wartet vergeblich auf eine Reaktion. Er wirft Donald Trump und den Behörden vor, sie wollten Salzgitter absichtlich schaden.

Der Stahlkonzern Salzgitter sieht sich als Opfer der amerikanischen Handelspolitik unter Präsident Donald Trump. "Fakten werden von den Amerikanern womöglich bewusst missinterpretiert", sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann der Zeitung "Die Welt".

Die US-Behörden unterstellen Salzgitter Dumping bei der Lieferung von Grobblechen und haben deswegen Strafzölle gegen das MDax-Unternehmen aus Niedersachsen verhängt. "Der Vorwurf ist absurd und wird keiner neutralen Überprüfung standhalten", ergänzte Fuhrmann. Auch andere Stahlkonzerne sind von Dumping-Vorwürfen betroffen.

Er wirft Trump und den Behörden vor, Salzgitter absichtlich schaden zu wollen. "Wir haben den US-Behörden 20 Millionen Datensätze übergeben, die genau zeigen, was wir in der untersuchten Periode wann und an wen zu welchem Preis geliefert haben." Und das sei nicht mal in der Nähe eines Dumping-Verdachts.

Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern hat in dem Fall Einspruch eingelegt. Eine Reaktion darauf gebe es bislang noch nicht, so Fuhrmann. "Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, muss der Strafzoll aber wieder aufgehoben werden. Andernfalls werden wir weiter für unser Recht kämpfen."

Dafür bittet Salzgitter auch um Hilfe aus der Politik: "Wir erwarten, dass die einheimische Politik uns unterstützt. Denn eine Anzeige etwa bei der Welthandelsorganisation WTO können wir als Unternehmen nicht einreichen, das ist der EU-Kommission vorbehalten. Wir sind deswegen mit Kommission und Bundesregierung im Gespräch."

rei/reuters

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