Sonntag, 25. September 2016

Der Berliner Traditionskonzern, der selbst die NSA narrt Warum ein Ex-Dax-Vorstand einen kleinen Konzern wachküssen will

Angriffsbereit: Rüdiger Andreas Günther, hier als Finanzchef Jenoptiks, will den FP-Konzern wachküssen.

Vor dem Ausbruch der Digitalisierung war die Francotyp-Postalia einer dieser typischen deutschen hidden Champions im gehobenen Mittelstand. Einer der Marktführer für die Herstellung von Frankiermaschinen, Kundschaft weltweit, Umsatz um die 150 Millionen Euro, solider Gewinn.

Rüdiger Andreas Günther soll nun dafür sorgen, dass der FP-Konzern, wie der Mittelständler inzwischen heißt, nicht nur überlebt in dem Wirbelwind, den die neuen Kommunikationsformen entfachen, sondern sich am liebsten an dessen Spitze setzt. Der 57-Jährige, zuvor Chef des Landmaschinenherstellers Claas, Finanzvorstand des Dax-Konzerns Infineon Börsen-Chart zeigen und zweiter Mann beim Technologiekonzern Jenoptik Börsen-Chart zeigen, soll die börsennotierte Unternehmung ab sofort führen, wie derFP-Konzern am Montagabend bekannt gab. Vorgänger Hans Szymanski beendete ebenfalls am 11. Januar seine Arbeit.

Den Ehrgeiz, der aus dieser prominenten Personalwahl spricht, verkörpert Aufsichtsratschef Klaus Röhrig, zwischen 2006 und 2011 in Diensten des aktivistischen und mitunter auch durchtriebenen Investors Elliott Associates. Über seine 3R Investments mit Sitz auf Zypern hält der 38-jährige Österreicher 10,3 Prozent am FP-Konzern und ist damit größter Aktionär.

Nach dem Verkauf durch den Röchling-Konzern 1995 hat FP zwar schon kräftig digitalisiert und bietet Unternehmen neben seinen Frankiermaschinen nicht nur das Management des gesamten stofflichen Dokumentenverkehrs an, sondern eben auch E-Mail-Management. Die Berliner nehmen für sich in Anspruch, e-Mails so sicher machen zu können, dass nicht einmal die NSA die elektronische Post lesen könnte.

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