Mittwoch, 29. Juni 2016

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Roboterfirma Kuka In der Revolutionszentrale der Industrie 4.0

Viel Handarbeit: Produktion klassischer Industrieroboter bei Kuka

Wenn Roboter die nächste industrielle Revolution anführen, hat Deutschland ein Schlüsselunternehmen. Europas Marktführer Kuka zählt sich zur digitalen Avantgarde. Ein Besuch im Augsburger Werk zeigt aber auch, wie weit der Weg zur Zukunftsvision Industrie 4.0 noch ist.

Die Zukunft verbirgt sich hinter Waschbeton und Wellblech. In der unscheinbaren 70er-Jahre-Architektur des Gewerbegebiets von Augsburg-Lechhausen plant Till Reuter die nächsten Schritte zur neuen industriellen Revolution. "Roboter sind zentral für die Industrie 4.0", sagt der Chef des Roboterherstellers Kuka, "die gestalten wir mit."

Auf "cyber-physische Produktionssysteme" setzt diese Revolution, auf "Mensch-Maschine-Kooperation". Dafür braucht sie wie eine richtige Revolution neue Menschen. Reuter spricht von der "Generation R", R wie Robotik, die in Zukunft ebenso an Roboter als Arbeitsmittel gewöhnt sein werde, wie uns heute der Umgang mit dem PC vertraut ist.

So visionäre Töne stehen für die Aufbruchstimmung, die den Maschinenbau erfasst hat. Neben den Großen der Branche wie Siemens Börsen-Chart zeigen oder Bosch kann Kuka als Vorzeigeunternehmen der neuen Welle gelten. Das Unternehmen nennt sich Marktführer der Industrierobotik in Europa, im dominierenden Geschäft mit der Autoindustrie sogar weltweit.

In fünf Jahren den Umsatz verdoppelt

Mittelständisch ist die Firma immer noch, aber in fünf Jahren hat Reuter den Umsatz auf zwei Milliarden Euro verdoppelt, die Zahl der Beschäftigten ist jetzt fünfstellig. 2014 war Kuka der Spitzenwert im Aktienindex MDax und kaufte mehrere Firmen zu.

Offenbar hat sich die Konzentration auf die Automatisierungstechnik gelohnt für die einstige Maschinenfabrik Keller und Knappich, deren Name in der Firmengeschichte auch schon für Leuchtmittel, Müllwagen oder Panzertürme stand. Jahrzehntelang versuchte sich die BMW-Eignerfamilie Quandt an der strategischen Ausrichtung des oft verlustträchtigen Unternehmens, später kam der US-Firmenjäger Guy Wyser-Pratte.

In der Krise stieg der mittelständische Kunde Grenzebach ein, mit ihm kam der Investmentbanker Till Reuter an Bord. Seit November ist der schwäbische Maschinenbaukonzern Voith Ankeraktionär - natürlich als Investment in die "Industrie 4.0".

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