Dienstag, 20. November 2018

Schweizer Luxushersteller im Plus Richemont findet neuen Chef

Führt nun Richemont: Der frühere Monblanc-Chef Jérôme Lambert .

Der Schweizer Luxuskonzern Richemont bekommt einen neuen Unternehmenschef. Jerome Lambert wird mit sofortiger Wirkung den Chefsessel im Unternehmen übernehmen, teilte das Genfer Unternehmen am Montag mit. Lambert war zuvor bereits für das operative Geschäft im Konzern verantwortlich. Die Führungsposition war jedoch seit dem Rücktritt von Richard Lepeu im März 2017 vakant. Der frühere Firmenchef war zu diesem Zeitpunkt in Rente gegangen, der Konzern hatte dann aber bewusst darauf verzichtet, einen neuen Geschäftsführer zu benennen, sondern hatte die Aufgaben auf mehrere Köpfe verteilt, darunter auch Verwaltungspräsident Johann Rupert.

Lambert ist seit einigen Monaten als Chief Operating Officer für das operative Geschäft des Konzerns verantwortlich, ausgeklammert sind dabei allerdings die Schmuckmarken Cartier und Van Cleef & Arpels. Damit galt der Manager bereits als Kronprinz für die Übernahme des Chefpostens, zuvor war er als Chef von Montblanc im Konzern tätig.

In den ersten fünf Monaten verbuchte Richemont Börsen-Chart zeigen dank einer starken Nachfrage nach edlen Uhren und Schmuck ein Umsatzplus von währungsbereinigt 25 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. In den Region Asien Pazifik und Europa verbucht der Hersteller von Cartier-Schmuck und Uhren sowie der Zeitmesser der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier und IWC gut zwei Drittel seiner Verkäufe. Ein Großteil des Umsatzplus ging allerdings auf die Konsolidierung der Internet-Handelstöchter Yoox-Net-A-Porter und Watchfinder zurück. Akquisitionsbereinigt belief sich das Plus auf zehn Prozent.

Verwaltungspräsident Johann Rupert gab sich zuversichtlich über die weitere Entwicklung. Die Verkäufe an den Einzelhandel hätten angezogen - dies sollte zu einer Erholung im Großhandel führen. Um die Lagerbestände bei den Einzelhändlern abzubauen, will Richemont weiterhin weniger liefern, als diese an die Endkunden verkauften. Richemont musste in den vergangenen Jahren vom Einzelhandel wegen des schlechten Absatzes nicht verkaufte Uhren zurücknehmen. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Aktie legte in einem freundlichen Markt um 1,5 Prozent auf 83,36 Franken zu.

rtr/dpa/akn

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