Mittwoch, 21. November 2018

Schraubenkonzern stoppt Investitionen in den USA Reinhold Würth - "Ich sorge dafür, dass keine verrückten Entscheidungen getroffen werden"

Reinhold Würth (Bild Archiv) hat nach eigenen Worten höchstpersönlich dafür gesorgt, dass der Familienkonzern nicht weiter in den USA investiert

Der Schrauben- und Befestigungstechnikkonzern Würth will erst wieder in den USA investieren, wenn Präsident Donald Trump nicht mehr im Amt ist. Firmenpatriarch Reinhold Würth sagte im Interview mit der "Bild am Sonntag" (BamS), er habe persönlich für die Entscheidung gesorgt.

Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Künzelsau mache dort mit 1,8 Milliarden Euro 14 Prozent des Jahresumsatzes. "Trotzdem möchte ich das Engagement in Amerika nicht weiter vergrößern." Grund sei die politisch unsichere Lage. "Wir warten mal ab, ob Präsident Trump wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht."

Reinhold Würth zählt zu den erfolgreichsten Unternehmern in Deutschland, er hatte einst den Zwei-Mann-Betrieb zum Weltmarktführer für Montagetechnik mit 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern geformt.

Würths Vermögen wird auf rund 11,6 Milliarden Euro geschätzt, er zählt damit zu den zehn reichsten Deutschen. Der Firmenpatriarch ist mittlerweile 83 Jahre alt und könnte sich längst komplett aus dem Unternehmen raushalten - das will er aber ganz offensichtlich nicht.


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Auf die Frage, welche Funktion er noch mit 83 im Konzern habe, antwortete Würth: "Ich sorge dafür, dass keine verrückten Entscheidungen getroffen werden. Wäre Würth eine Aktiengesellschaft, wäre ich die Hauptversammlung und als solche meckere ich schon mal bei wichtigen Entscheidungen."

Das Unternehmen mit 12,7 Milliarden Euro Umsatz (2017) und 74.000 Beschäftigten ist seit drei Jahrzehnten im Besitz von Familienstiftungen. Das soll nach Worten von Reinhold Würth auch so bleiben - auch dann, wenn die Kinder Teile davon erben sollten:

"Allein können sie nichts von ihrem Erbe verkaufen. Ich habe ein ausgefeiltes Firmenreglement aufgebaut, auf 250 Seiten. Der Stiftungsaufsichtsrat könnte theoretisch bei Einstimmigkeit das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandeln und an die Börse bringen, der Erlös bliebe aber in den Familienstiftungen, die Erben hätten keinen Zugriff darauf", sagte Würth der "BamS"

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