Dienstag, 19. Juni 2018

Einspruch zurückgezogen Radeberger zahlt 160 Millionen Euro Kartellstrafe

Verdacht der Preisabsprache: Die Radeberger-Gruppe will das Prozessrisiko nicht eingehen und zieht ihren Widerspruch gegen eine hohe Kartellstrafe zurück

Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Brauereigruppe hat ihren Einspruch gegen eine millionenschwere Kartellstrafe einen Tag vor dem Prozessauftakt in Düsseldorf zurückgezogen und muss nun wohl 160 Millionen Euro berappen. Radeberger betonte am Dienstag zwar, nicht an Preisabsprachen beteiligt gewesen sein. Doch die finanziellen Risiken eines solchen Verfahrens vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf seien nicht kalkulierbar.

"Nach reiflichem Abwägen haben wir daher entschieden, die am 2. April 2014 eingelegten Einsprüche nicht weiter zu verfolgen, auch wenn dies die Inkaufnahme der Zahlung eines hohen Geldbetrages nach sich zieht", heißt es in einer Mitteilung.

Ein Schuldeingeständnis sieht Radeberger damit nicht verknüpft: "Die Radeberger Gruppe war nicht an Preisabsprachen beteiligt. Wir widersprechen dem Vorwurf des Bundeskartellamtes gegen die Radeberger Gruppe und ihre Akteure somit auch weiterhin ausdrücklich", betont das Unternehmen in der Mitteilung weiter.

Ein OLG-Sprecher in Düsseldorf bestätigte den Eingang. "Der Senat prüft das jetzt." Damit würde zum Prozessstart am Mittwoch nur noch über den Einspruch von Carlsberg Deutschland verhandelt.


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Das Bundeskartellamt hatte 2013 und 2014 gegen elf Unternehmen, einen Verband und 14 Manager aus der Bierbranche Geldbußen in Höhe von rund 338 Millionen Euro verhängt. Der größte Teil - 222 Millionen Euro - entfiel dabei auf die zu Dr. Oetker gehörende Radeberger-Gruppe und Carlsberg Deutschland.

Der Vorwurf lautete auf verbotene Preisabsprachen zum Nachteil der Verbraucher. Radeberger und Carlsberg hatten Einspruch gegen die Bescheide der Behörde aus Bonn eingelegt.

rei/dpa-afx/Reuters

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