Mittwoch, 24. August 2016

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Puma-Chef sieht "keine Anzeichen für Verkauf" Puma droht Verkauf - Kering verliert Geduld

Rihanna: Die teure Markenkampagne mit der US-Sängerin belastet das Ergebnis von Puma zusätzlich
Youtube; Puma
Rihanna: Die teure Markenkampagne mit der US-Sängerin belastet das Ergebnis von Puma zusätzlich

Paris - Der französische Puma-Mutterkonzern Kering verliert nach Informationen aus Unternehmenskreisen langsam die Geduld mit seiner deutschen Sportartikel-Tochter. Nach acht Jahren des Bemühens, Puma Börsen-Chart zeigen zum Erfolg zu führen, sei Kering nun offen für einen Verkauf, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Ein formeller Verkaufsprozess werde aber nicht mehr in diesem Jahr eingeleitet, hieß es. Eine Kering-Sprecherin wollte die Informationen auf Bloomberg-Anfrage hin nicht kommentieren.

Kering gehören 83 Prozent der Puma-Anteile. Puma versucht sich unter Konzernchef Björn Gulden seit zweieinhalb Jahren an einem erfolgreichen Neustart der Marke. Lange hatte sich das Unternehmen auf den modischen Lifestyle konzentriert und das Thema Sport vernachlässigt.

Anleger reagierten auf den möglichen Verkauf mit Käufen: Die Aktie legte am Freitag im frühen Handel um rund 5 Prozent zu und erreichte ein Zweijahreshoch.

Puma-Chef Gulden: "Habe keine Indikation, dass sie verkaufen wollen"

Puma-Chef Björn Gulden hat den Spekulationen auf einen Ausstieg von Kering unterdessen einen Dämpfer versetzt. "Ich habe keine Indikation, dass sie verkaufen wollen", sagte Gulden am Freitag in einer Telefonkonferenz auf die Frage, ob er von derartigen Überlegungen des französischen Luxusgüterkonzerns wisse. Bereits seit dem vergangenen Jahr gab es mehrfach Gerüchte über einen Ausstieg von Kering - wiederholt unmittelbar bevor Puma seine Quartalszahlen veröffentlichte.

Puma ist stärker als seine Konkurrenten vom Geschäft in Schwellenländern abhängig, deren Währungen zum Dollar besonders stark an Wert verloren haben. Konkurrent Adidas Börsen-Chart zeigen hatte am Donnerstag starke Zahlen vorgelegt und die Prognose angehoben. Das überzeugte auch Anleger.

Gewinn von Puma sinkt um elf Prozent - teure Kampagnen mit Rihanna und Bolt

Laut Berechnung von John Guy, Analyst bei der MainFirst Bank, könnte Puma insgesamt rund 4 Milliarden Euro einbringen. Derzeit ist der weltweit drittgrößte Sportartikelkonzern rund 3,1 Milliarden wert. "Die Spekulationen über eine möglichen Trennung verdichten sich", sagte Guy. Er rechnet mit einem Verkauf tendenziell in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Kering hatte sich 2007 die Kontrolle an Puma für rund 5,3 Milliarden Euro gesichert.

Versucht den Neustart seit zweieinhalb Jahren: Puma-Chef Björn Gulden
Auch die neuen Quartalszahlen von Puma trugen nicht dazu bei, die Stimmung beim Mutterkonzern Kering zu verbessern: Eine teure Werbekampagne mit US-Popstar Rihanna und Sprinter Usain Bolt sowie Ausgaben für den Aufbau eigener Geschäfte haben den Sportartikel-Hersteller Puma Börsen-Chart zeigen im dritten Quartal belastet. Der Adidas- und Nike-Rivale litt zudem unter dem starken US-Dollar und Wertverfall von Währungen in wichtigen Auslandsmärkten.

Dadurch sank das operative Ergebnis (Ebit) von Juli bis September um gut 11 Prozent auf 41 Millionen Euro, wie der SDax-Konzern am Freitag in Herzogenaurach mitteilte. Damit schnitt das Unternehmen aber immer noch besser ab als von Analysten erwartet. Unter dem Strich verringerte sich der Konzerngewinn um fast ein Drittel auf 20 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal hatte Puma noch Verluste geschrieben. Der Umsatz verbessert sich um 8,4 Prozent auf 914 Millionen Euro, was auf die Region Amerika und Asien/Pazifik zurückzuführen war. In Europa sanken die Erlöse hingegen. Im Vorjahr habe noch der erstmalige Verkauf von Produkten des britischen Fußball-Clubs Arsenal Puma beflügelt. Zudem fehlten die Umsätze der inzwischen verkauften Outdoor-Marke Tretorn.


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ts/dpa-afx

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