Sonntag, 24. Juli 2016

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Lichtsparten-Verkauf wackelt US-Regierung fährt Philips in die Parade

Philips-zentrale Amsterdam: Der Teilverkauf des Lichtgeschäfts , das auch in den USA ansässig ist, an einen chinesischen Investor, scheint der US-Regierung zu missfallen. Der Vorstand zeigt sich von den Einwänden nach eigenen Worten völlig überrascht

Philips hat unerwartet Probleme beim Verkauf eines Teils seines Lichtgeschäfts. Gegen den geplanten Deal gebe es Widerstand von der US-Regierung, teilte der niederländische Konzern am Montag mit. Es blieb zunächst unklar, was die Amerikaner konkret beanstanden. Fest steht aber, dass es um Bedenken wegen der nationalen Sicherheit der USA geht.

Denn das zuständige Komitee prüft Übernahmen von US-Firmen durch ausländische Investoren auf eben jene Folgen. Oft werden vor allem Akquisitionen in der Technologiebranche unter die Lupe genommen.

Die betroffene Philips-Sparte "Lumileds" ist in Kalifornien aktiv und stellt Produkte für die Autobeleuchtung und LED-Komponenten her. Darüber hinaus besitzt sie eine Reihe von Patenten in dem Bereich. Philips hatte im März angekündigt, gut 80 Prozent von Lumileds veräußern zu wollen. Der Geschäftszweig hat einen Wert von knapp drei Milliarden Euro und soll an ein Konsortium aus überwiegend chinesischen Investoren gehen.

Philips-Vorstand von Einwänden offenbar überrascht

Philips-Chef Frans van Houten sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er dürfe auf die Einzelheiten nicht öffentlich eingehen. Die Einwände seien aber "total überraschend" gekommen, schließlich gehe es nur um Lichttechnik. Es werde nun versucht, die Bedenken im Dialog mit den zuständigen Gremien auszuräumen. Er glaube noch an den Abschluss des Deals.

An der Börse verloren Philips-Aktien zum Wochenstart knapp ein Prozent.

Kosten gesenkt, Gewinn deutlich gesteigert

Dank Kostensenkungen verdiente Philips im Sommer überraschend gut. Der Nettogewinn summierte sich im dritten Quartal auf 324 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 103 Millionen Euro in der Bilanz, der vor allem auf Sonderlasten wegen einer Fabrikschließung in den USA zurückging. Der Umsatz erhöhte sich um zwei Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Der Amsterdamer Konzern will sich künftig vor allem auf Medizintechnik sowie kleinere Elektrogeräte wie Rasierer und Bügeleisen konzentrieren. Das restliche Lichttechnikgeschäft soll 2016 an die Börse gebracht oder verkauft werden. Deutscher Konkurrent ist hier vor allem Osram.

rei/reuters

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