Samstag, 28. Mai 2016

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Mineralöl im Kakao, Pudding ohne Vanille Öko-Test verreißt Dr.Oetker

Zu viel Salz, zu viel Fett und "aufgeschlossenes Pflanzeneiweiß": In der Ökotest-Bewertung reicht es für Dr. Oetkers Pizza Salami nur für die Note Vier.

Den Schokoladenhersteller Ritter Sport hat es bereits einmal erwischt. Nun ist in seinem 125-jährigen Jubiläumsjahr der Bielefelder Lebensmittelkonzern Dr. Oetker dran. Die Verbraucherschützer von Öko-Test haben 26 Produkte von Dr.Oetker unter die Lupe genommen und bewertet.

Ihr Ergebnis: Für die Bielefelder erschreckend. Nur vier Produkte schneiden mit einem "Gut" oder "Sehr gut" ab. Bei weiteren 20 reicht die Notenskala von drei bis fünf. Zwei Produkte, darunter Dr.Oetker Kakaopulver und eine Backmischung für Schokotörtchen, bekamen wegen gefundener Kadmium-, beziehungsweise Pestizidreste sogar eine glatte Sechs.

Unter dem Strich kommen die Oetker-Produkte gerade mal mit einer Vier-plus weg. "Pappsüß". "künstlich und billig", so das Urteil der Verbraucherschützer, die ihren Bericht über Oetker auf der Titelseite mit "Pudding ohne Vanille, Mineralöl im Kakao" bewerben.

"Pappsüß" "künstlich und billig"

Neben den Mineralöl- und Schadstofffunden beklagen sie vor allem zu viel billige Aromen in vielen Dr.Oetker-Produkten, einen zu hohen Zuckergehalt und den fehlenden Nachweis, dass Lieferanten auf Kinderarbeit und genmanipuliertes Futter verzichten.

Für Dr.Oetker ist die Untersuchung ein echter Gau - auch wenn der Konzern nicht der einzige Lebensmittelhersteller sein dürfte, der die von Öko-Test kritisierten Stoffe und Zusammensetzungen in seinen Produkten verwendet. Denn mit seinen Berichten erreicht das Magazin nach eigenen Angaben pro Ausgabe rund 1,7 Millionen Leser. Diejenigen nicht eingerechnet, die über die Schlagzeilen, die das Oetker-Bashing produziert, auf die Testergebnisse aufmerksam werden.

Es ist jedenfalls wahrscheinlich, dass der Bericht dem Konzern Umsatzeinbußen beschweren dürfte. Schließlich greifen viele Kunden statt zu No-Name-Produkten zu den teureren Lebensmitteln des Markenherstellers, weil sie glauben, damit bessere Qualität zu bekommen als bei den Wettbewerbern. Eine Hoffnung, in der sie sich nun getäuscht sehen könnten.

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