Mittwoch, 20. März 2019

Umbau bei Produktion Novartis streicht 1700 Jobs in der Schweiz

Novartis strafft in der Schweiz seine Produktion und verlagert Dienstleistungen ins Ausland

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis strafft seine Produktion und verlagert Dienstleistungsjobs ins Ausland. Zugleich will Novartis neue Stellen aufbauen. Unter dem Strich gehen in der Schweiz damit 1700 Stellen verloren.

Novartis will in der Schweiz in den nächsten vier Jahren rund 2150 Stellen abbauen. Rund 1450 Arbeitsplätze gehen in der Produktion verloren. Weitere 700 Stellen im Dienstleistungsbereich werden ins Ausland verlagert, teilte der Konzern mit. Im Gegenzug wolle Novartis Börsen-Chart zeigen aber durch den kürzlich angekündigten Aufbau einer Fertigungsstätte für Zell- und Gentherapien bis zu 450 neue Stellen in Schweiz schaffen. Novartis werde Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen aufnehmen.

"Wir wissen, was die heutige Ankündigung für die potenziell betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien bedeutet", ließ sich Konzernchef Vas Narasimhan in einer Mitteilung zitieren. Der Pharmakonzern wolle allen Betroffenen die volle Unterstützung zukommen lassen.

Konkret spricht der Konzern von einem Jobcenter für interne und externe Neuanstellungen, einem Sozialplan und Frühpensionierungsplänen. Zudem sollen so viele der Betroffenen wie möglich umgeschult werden, damit sie in der neuen Fertigungsanlage für Zell- und Gentherapien in Stein arbeiten können. Vor rund einem Monat hatte Novartis angekündigt, im aargauischen Stein bis zu 450 neue Stellen zu schaffen.

Sozialplan und Frühpensionierung

Novartis bleibe fest in der Schweiz verankert, sagte Narasimhan der Mitteilung zufolge weiter. Nach der Umsetzung des Abbaus und der Abspaltung der Augensparte Alcon sollen in der Schweiz ungefähr 10 Prozent der weltweit tätigen Arbeitskräfte von Novartis angestellt sein. Heute arbeiten global rund 125.000 Menschen für den Konzern.

Mit den Abbauplänen will der Pharmakonzern die Effektivität und Effizienz erhöhen. Bei der Produktion will Novartis vermehrt in neuartige Fertigungsplattformen investieren und von traditionelleren Fertigungstechnologien wegkommen. In diesem Zusammenhang hat Novartis bereits Anpassungen in Japan, USA und anderen Ländern angekündigt.

Die Verlagerung von Dienstleistungsaufgaben gehen letztlich auf einen Entscheid von Novartis aus dem Jahr 2014 zurück. Damals schuf der Konzern die Business Services-Organisation.

Um interne Dienstleistungen zu niedrigeren Kosten anbieten zu können, baute Novartis fünf globale Servicezentren in Dublin (Irland), Hyderabad (Indien), Kuala Lumpur (Malaysia), Mexico City (Mexiko) und Prag (Tschechische Republik) auf. Nun sollen sowohl Führungs- wie auch normale Positionen in diese Servicezentren verlagert werden. Diese Verlagerungen werden vor allem den Campus Basel betreffen.

rei/dpa-afx

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