Dienstag, 19. März 2019

Nach Insolvenz von Germania Lufthansa fliegt gestrandete Germania-Kunden für die Hälfte

Lufthansa: Verbilligte Tickets für Germania-Kunden

Die Lufthansa versucht, Kapital aus der drohenden Germania-Pleite zu schlagen. Die Lufthansa-Tochter Eurowings will gestrandete Germania-Passagiere für die Hälfte des eigenen Ticketpreises fliegen. Auch andere Fluggesellschaften locken Germania-Passagiere in ihrer Not.

Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania bieten der Lufthansa-Konzern und der Ferienflieger Condor betroffenen Passagieren verbilligte Tickets an. Die größten Überschneidungen in den Flugplänen gebe es mit der Tochter Eurowings, erklärte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag in Frankfurt. Die Angebote richten sich insbesondere an Passagiere, die nicht mit einem Pauschalreiseveranstalter unterwegs sind.

Im Ausland gestrandete Germania-Kunden könnten für Rückflüge bis Ende Februar 2019 ab sofort auf der Eurowings-Seite Flüge buchen und erhielten im Nachhinein die Hälfte des Flugpreises erstattet. Condor will Germania-Gäste ebenfalls für die Hälfte transportieren, sofern im Standby-Verfahren Plätze frei sind.

Zusätzlich soll auf lufthansa.com in den kommenden Tagen ein Buchungsverfahren eingerichtet werden, mit dem verbilligte Tickets der Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian gebucht werden können. Hier sind pauschale Nettopreise von 50 Euro (Europa) und 200 Euro (Naher Osten) geplant.

Auch der Wettbewerber EasyJet will von den Germania-Turbulenzen profitieren und hält für Germania-Passagiere einen sogenannten "Rettungstarif" parat. Das Angebot ist auf folgenden EasyJet-Flügen verfügbar, wie die Fluggesellschaft in einer Pressemitteilung schreibt:

  • von/nach Berlin-Tegel: Tel Aviv, Hurghada, Fuerteventura, Palma de Mallorca und Paphos
  • von/nach Berlin-Schönefeld: Tel Aviv, Lanzarote, Tenerife Sur, Palma de Mallorca, Paphos und Las Palmas

Der Rettungstarif auf den betroffenen Flugverbindungen gelte für One-Way-Flüge nach Berlin und beträgt 110 Euro pro Passagier (inklusive einem Aufgabegepäckstück von 23 kg). Für die Umbuchung müssten Passagiere ihre Germania-Buchungsreferenz angeben. Das Angebot ist bis zum 14. Februar 2019 und für Buchungen bis zum 4. März 2019 gültig (buchbar unter +49 1 806 000 160 für Anrufe aus Deutschland; Anrufe aus dem Ausland: +44 (0) 330 3655030).

Außerdem bietet easyJet bis zum 14. Februar 2019 Germania-Passagieren mit einer Vorausbuchung für Reisen bis zum 15. Juni 2019 einen Rabatt von 15 Prozent auf oben genannte Flugverbindungen an.

Die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen haben am Dienstag vom Aus für eines weiteren deutschen Wettbewerber profitiert. Die Aktien rückten im frühen Xetra-Handel um 1,26 Prozent auf 22,44 Euro vor und gehörten so zur Spitzengruppe im Dax , nachdem die Berliner Fluggesellschaft Germania Insolvenz beantragt und ihren Flugbetrieb eingestellt hatte. Den Aktien fehlten damit nur noch wenige Cent zu einem neuen Hoch seit September. Ende Januar hatten sie dieses bei 22,57 Euro erreicht.

Germania-Geschäftsführer Karsten Balke begründete den Schritt damit, dass es nicht gelungen sei, Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline mehr als vier Millionen Passagiere pro Jahr zu mehr als 60 Zielen innerhalb Europas. Erst Ende Oktober 2017 hatte mit der damals zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin ein großer Lufthansa-Konkurrent seinen Flugbetrieb eingestellt.

la/dpa-afx

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