Donnerstag, 21. Juni 2018

Passagierzahl gestiegen, aber ... Lufthansa enttäuscht Anleger mit stabilen Preisen

Lufthansa-Maschine bei der Landung in Frankfurt

Die Zeit steigender Ticketpreise für die Lufthansa könnte schneller vorbei sein als gedacht: Europas größte Fluggesellschaft berichtete nur mehr von einer stabilen Entwicklung der währungsbereinigten Durchschnittserlöse. Das enttäuschte alle, die auf eine länger anhaltende Periode von Preissteigerungen für die Lufthansa nach der Air-Berlin-Pleite gehofft hatten.

An der Börse ging die Lufthansa-Aktie Börsen-Chart zeigen kurzerhand auf Talfahrt und rutschte zwischenzeitig mit fast 6 Prozent Kursabschlag auf den niedrigsten Stand seit Ende Oktober vergangenen Jahres ab. Zuletzt notierte die Aktie noch mit minus 3,85 Prozent bei 26,24 Euro.

Erstmals nach neun Monaten berichtete die Lufthansa damit wieder von einer stabilen Preisentwicklung, nachdem es zuvor seit Mai konsequent aufwärts gegangen war. Auch zum Jahresbeginn hatte der Konzern wegen des Wegfalls des Konkurrenten Air Berlin noch höhere Preise durchsetzen können. Doch die Lücke, die Air Berlin am Himmel hinterlassen hat, wurde schnell wieder geschlossen.

Sitzauslastung gestiegen, auch Frachtgeschäft läuft

Die Lufthansa hatte nach der Insolvenz von Air Berlin Teile des Konkurrenten übernommen. Vor allem die Tochter Eurowings baut nun ihr Angebot von deutschen Flughäfen kräftig aus. Aber auch andere Gesellschaften wie die irische Ryanair und der Billigflieger Easyjet wollen mehr Flüge anbieten, ebenso hat etwa die Thomas-Cook-Airline Condor ihr Angebot verbreitert.

Die ohnehin zur Lufthansa recht skeptisch eingestellte Kepler-Analystin Ruxandra Haradau-Doser hatte deshalb in einer Studie Ende Februar bereits gewarnt, dass die gute Stimmung im Luftfahrtsektor womöglich bald einen Dämpfer erhalten könnte. Die Kepler-Expertin sorgt sich bereits um das Sommergeschäft der Airlines - insbesondere auf der Langstrecke: Sie sehe für die Urlaubssaison die Gefahr, dass die Nachfrage der Fluggäste nicht mit den wachsenden Kapazitäten europäischer Fluglinien Schritt halte, schrieb die Expertin.

Im Februar allerdings blieben bei allen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns sogar weniger Plätze frei als noch vor einem Jahr. Die Sitzauslastung stieg um 1,2 Punkte auf 76,2 Prozent. Insgesamt beförderte Europas größte Fluggesellschaft samt ihren Töchtern wie Swiss, Austrian Airlines und Eurowings knapp 8,8 Millionen Passagiere, das waren 13,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Erneut konnten alle Gesellschaften des Konzerns zulegen.

Auch im Frachtgeschäft ging es weiter aufwärts. Die Verkehrsleistung stieg auf 828 Millionen Tonnenkilometer. Die Auslastung der Frachträume erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 71,1 Prozent.

wed/dpa-afx

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