Mittwoch, 20. Februar 2019

Dax-Konzern veröffentlicht Details zur Fusion mit Praxair Finanzaufsicht winkt Fusion von Linde durch

Seinem Ziel ein großes Stück näher: Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle, hier auf der Linde-Hauptversammlung im Mai in München.

Der Münchener Gasekonzern Linde kommt seiner geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair einen Schritt näher. Die Aktionäre der Linde AG könnten ab sofort ihre Aktien bei der neuen Holdinggesellschaft Linde plc einreichen, teilte die im Dax notierte Gesellschaft am Dienstag mit. Die Finanzaufsicht BaFin habe die Angebotsunterlage geprüft und die Veröffentlichung gestattet.

Anteilseigner sollen für eine eingereichte Linde-Aktie 1,54 Papiere der neuen Holding erhalten. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot läuft bis zum 24. Oktober. Bei einer Annahmequote unter 75 Prozent könnte die Fusion noch platzen.

Anfang Juni hatte der Linde-Aufsichtsrat die Fusion mit Praxair beschlossen und den Aktionären empfohlen. Die meisten Arbeitnehmervertreter hatten dagegen gestimmt. Mit 27 Milliarden Euro Umsatz, 66 Milliarden Euro Börsenwert und 80.000 Mitarbeitern würde der neue Gasekonzern den französischen Konkurrenten Air Liquide als Weltmarktführer ablösen.

Mächtigster Manager des neuen Konzerns wird der bisherige Praxair-CEO Stephen Angel. Er wird als CEO den neuen Konzern vom bisherigen Praxair-Standort Danbury in den USA aus führen und zudem auch im Verwaltungsrat sitzen. Linde Börsen-Chart zeigen entsendet mit Christian Bruch, Bernd Eulitz und Sanjiv Lamba drei Vorstände in das oberste operative Gremium.

In den zwölfköpfigen Verwaltungsrat der Linde plc ziehen aus dem Aufsichtsrat des alten Dax-Konzerns lediglich Vertreter der Kapitalseite ein: Neben dem jetzigen Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle sind dies Ex-Bosch-Chef Franz Fehrenbach, Ex-Deutsche-Bank-Finanzvorstand Clemens Börsig, Airbus-Chef Thomas Enders, Microsoft-Managerin Victoria Ossadnik sowie die Multi-Aufsichtsrätin Ann-Kristin Achleitner. Reitzle hatte den Zusammenschluss gegen den hartnäckigen Widerstand der Arbeitnehmervertreter durchgeboxt.

Die Aktionäre von Linde und Praxair sollen je die Hälfte der Anteile am neuen Konzern bekommen. Der Abschluss des Geschäfts wird Ende 2018 erwartet. Praxair-Chef Steve Angel soll den fusionierten Konzern . Die Genehmigung zahlreicher Kartellbehörden steht noch aus.

soc, dpa

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