Donnerstag, 28. Juli 2016

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Roboterhersteller legt zu Kuka profitiert von Zukauf und Automationstrend

Die Kuka-Story: Was die deutsche Roboterschmiede so begehrt macht
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KUKA Roboter

Der im MDax notierte Roboterbauer Kuka hat im vergangenen Jahr dank eines größeren Zukaufs und dem anhaltenden Trend zur Automatisierung in der Industrie deutlich mehr eingenommen. Vor allem durch den Kauf des Schweizer Logistikspezialisten Swisslog kletterte der Umsatz binnen Jahresfrist um fast 42 Prozent auf annähernd drei Milliarden Euro. Ohne Swisslog wäre Kuka auf ein Plus von knapp 12 Prozent gekommen, teilte das Augsburger Unternehmen am Mittwoch mit.

Der Betriebsgewinn (Ebit) ohne Bilanzeffekte aus dem Kauf der Eidgenossen sei nach vorläufigen Zahlen um mehr als 50 Millionen Euro auf gut 194 Millionen Euro gestiegen. Nach wie vor profitiere Kuka stark von den Aufträgen der internationalen Autobauer.

Erst jüngst haben die Schwaben eine Order eines europäischen Nobelherstellers zur Modernisierung der Fertigung im zweistelligen Millionenbereich erhalten. Aber auch andere Industrien, wie etwa der US-Flugzeugbau, automatisierten ihre Produktion weiter und kauften dafür bei Kuka ein.

Auftragseingang legt kräftig zu

Der Auftragseingang kletterte im vierten Quartal um 44,5 Prozent. Trotzdem blieb Kuka damit leicht unter den Erwartungen von Analysten. DZ-Bank-Analyst Alexander Hauenstein beobachtete vor allem im Geschäftsbereich Systems, dass die Bestellungen schwächer waren als erwartet. Systems liefert nicht nur einzelne Roboter aus, sondern plant und richtet umfangreichere Fertigungsanlagen ein.

Nach dem im vergangenen Jahr erstmals aufgestellten Fünf-Jahres-Plan will Kuka bis 2020 den Umsatz auf 4 bis 4,5 Milliarden Euro erhöhen. Dabei soll die übernommene Swisslog die Augsburger unabhängiger von der Automobilindustrie machen. Die Schweizer bauen unter anderem Rohrpostsysteme für Krankenhäuser, planen aber auch automatische Logistiksysteme für die Lagerhaltung.

Die Mitarbeiterzahl im Kuka-Konzern lag bei 12.300. Auf Swisslog entfallen rund 2550 Beschäftigte. Detaillierte Zahlen einschließlich des Nettogewinns und einen Ausblick auf 2016 will Kuka am 22. März vorlegen. Die Kuka-Aktie legte am Vormittag um rund 2 Prozent zu.

Vorstandschef Till Reuter zog eine positive vorläufige Bilanz: "Wir haben die Digitalisierung der Fertigungsprozesse vorangetrieben", erklärte er. "Die intelligente Produktion wird auch 2016 ein Kernthema sein."

rei/dpa/Reuters

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