Sonntag, 24. September 2017

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Verdacht auf Preisabsprachen Kartellamt ermittelt gegen Stahlpräsidenten persönlich

Auf der Suche nach den bösen Männern.

Hans Jürgen Kerkhoff, der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl

Einer der mächtigsten deutschen Industrieverbände ist ins Visier der Wettbewerbsbehörden geraten. Wie manager-magazin.de aus Verbandskreisen erfuhr, ermittelt das Bundeskartellamt gegen die in Düsseldorf ansässige Wirtschaftsvereinigung Stahl, die wirtschaftspolitische Interessensorganisation der deutschen Stahlindustrie. Bereits im Januar wurden nach mm-Informationen die Geschäftsräume im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen Edelstahlhersteller durchsucht.

Anfang vergangener Woche informierten die Kartellwächter den Verband darüber, dass die Behörde ihre Ermittlungen mit zwei weiteren Verfahren gegen die Wirtschaftsvereinigung und gegen einzelne Stahlhersteller ausgeweitet hat. Von den Ermittlungen betroffen ist auch der Präsident des Verbandes, Hans Jürgen Kerkhoff persönlich.

Bei den neuen Ermittlungen geht es vor allem um mögliche Absprachen bei Preisen und Zuschlägen von Grobblechen und Flachstahl. In dem Zusammenhang soll das Bundeskartellamt in der vergangenen Woche auch die Zentrale der Salzgitter AG, des zweitgrößten heimischen Stahlkonzerns hinter Thyssenkrupp durchsucht haben. Bei Salzgitter war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Auch Thyssenkrupp Steel haben die Wettbewerbshüter in den Blick genommen. Allerdings haben die Beamten bislang keine Durchsuchungen beim deutschen Branchenprimus vorgenommen. Ein Konzernsprecher sagte auf Anfrage: "Das Bundeskartellamt ermittelt seit Herbst 2015 gegen diverse Unternehmen und

Wirtschaftsverbände der deutschen Stahlindustrie. Im Verdacht stehen insbesondere Absprachen bei der Festlegung von Zuschlägen bei Edelstahlprodukten beziehungsweise legierten Stählen. Auch Thyssenkrupp Steel Europe wurde jetzt über das vorläufige Ergebnis dieser Untersuchung informiert. In diesem Zusammenhang hat uns das Bundeskartellamt zudem mitgeteilt, dass es seine Ermittlungen auf weitere Stahlprodukte ausgeweitet hat. Auch hier gibt es Berührungspunkte zur Arbeit der Wirtschaftsverbände. Wir nehmen die Vorgänge sehr ernst und unterstützen die Ermittlungen der Behörde, können aufgrund der laufenden Verfahren derzeit jedoch keine weiteren Angaben machen."

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