Dienstag, 26. März 2019

Tokio 2020 Japan will Olympische Spiele für Roboter

Roboter für Olympia: Wie Japan in den Wettbewerb der Zukunft geht
REUTERS

Dafür gibt es keinen besseren Gastgeber. Zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio will Premier Shinzo Abe auch die besten Roboter der Welt antreten lassen. Die Technik soll Japan zudem den entscheidenden Trick liefern, um Abenomics zum Erfolg zu bringen.

Tokio - Aktuell muss sich Shinzo Abe gerade mit den Niederungen der Wirtschaft plagen. Mit seiner Mehrwertsteuererhöhung tritt der höchstverschuldete Staat der Welt gerade spürbar auf die Wachstumsbremse, auch die japanischen Exporte laufen nicht so gut wie erhofft. Das "Abenomics" genannte Experiment des Ministerpräsidenten, nach zwei Jahrzehnten Flaute mit großzügigen Geldspritzen und einer Abwertung des Yen Börsen-Chart zeigen wieder Inflation und Wachstum zu erzeugen, braucht dringend mehr Schwung.

"Wir wollen Roboter zu einer tragenden Säule unserer Wachstumsstrategie machen", erklärte Abe nun gegenüber der Nachrichtenagentur Jiji, auf Englisch wiedergegeben vom britischen "Telegraph". Er plane eine Sonderkommission für die "Roboterrevolution", um den Umsatz der Branche auf 2,4 Billionen Yen (17,5 Milliarden Euro) zu verdreifachen und damit bedeutend größere Wachstumsimpulse auszulösen.

Das Zieldatum heißt 2020. Dann soll Tokio die Olympischen Sommerspiele ausrichten, und nach Abes Vorstellung auch eine Roboter-Olympiade. "Ich würde gern alle Roboter der Welt versammeln und ihre technischen Fähigkeiten in einer Olympiade messen", sagte Abe bei einer Tour durch Fabriken von Herstellern für Industrie- und Pflegeroboter.

Japan kann zuversichtlich sein, in einem solchen Wettbewerb den Medaillenspiegel anzuführen. Die Deutschen setzen zwar stark auf das Konzept "Industrie 4.0" mit einer stark vernetzten und automatisierten Produktion, Amerikaner und Chinesen beginnen das Potenzial der Zukunftstechnik zu nutzen. Doch Japan hat mit jahrzehntelanger Erfahrung einen großen Vorsprung herausgearbeitet, was die Zahl der eingesetzen und produzierten Industrieroboter angeht.

Außerdem ist in keinem Land die Begeisterung für Robotertechnik kulturell so stark verankert, was sich auch in innovativen Konzepten niederschlägt. In den vergangenen Wochen wurden beispielsweise ein neuer humanoider Roboter namens "Pepper" vorgestellt, der Gefühle empfinden und Gespräche führen kann, vermarktet vom japanischen Mobilfunker Softbank Börsen-Chart zeigen, und eine neue Version des Exoskeletts HAL, das Behinderten kraft ihrer Gedanken wieder zum Gehen verhelfen soll.

Wie Japan in den Wettbewerb der Zukunft geht

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