Sonntag, 25. September 2016

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Infineon kompensiert Smartphone-Schwäche Autoindustrie wird für Infineon immer wichtiger

BMW i8: Nicht nur in der Elektro-Limousine sind viele Chips von Infineon verbaut. Die Autoindustrie wird ein immer wichtigerer Kunde für den Konzern

Der Chiphersteller Infineon hat dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie Einbußen bei Chips für Mobilgeräte gut weggesteckt. Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal zogen gegenüber dem Vorjahr kräftig an.

Der Halbleiterkonzern Infineon macht glänzende Geschäft mit Mikrochips für die Automobilindustrie. Im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal (Ende Dezember) legte der Umsatz binnen Jahresfrist um 38 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zu, auch bedingt durch die Übernahme von International Rectifier (IR). Rund 40 Prozent seines Geschäfts macht Infineon mittlerweile mit Autobauern und der Zulieferindustrie.

Der Gewinn kletterte laut Angaben vom Dienstag um 12 Prozent auf 152 Millionen Euro, deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Die operative Marge ging allerdings leicht auf 14,1 Prozent zurück.

"Unser Geschäft hat sich im abgelaufenen Quartal besser entwickelt als erwartet", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. "Insbesondere im Automobilgeschäft sind wir erfolgreich." Den Margenschwund erklärte er mit Währungseffekten und Aufwendungen im Zusammenhang mit der IR-Übernahme.

Infineon: Vom Sorgenkind zum Vorzeigeunternhmen

Infineon hat sich in den vergangenen Jahren vom Sorgenkind zum Vorzeigeunternehmen der deutschen Elektronikindustrie entwickelt. Ploss und sein Vorgänger Peter Bauer entkoppelten die frühere Siemens -Tochter von den tückischen Zyklen der Halbleiterindustrie und richteten den Konzern als Zulieferer für Autobauer, die Industrie und die Sicherheitstechnik aus. Vor einem Jahr übernahm Infineon dann inmitten der Branchenkonsolidierung den US-Energiechipspezialisten IR für rund drei Milliarden Euro.

Während in den Segmenten Industrie, Energietechnik und Sicherheitschips die Einnahmen im Weihnachtsquartal saisonal leicht schrumpften, blieb der Umsatz mit den Autobauern und ihren Zulieferern auf konstant hohem Niveau. "Unsere Lösungen für Fahrerassistenzsysteme sorgen weiterhin für Wachstum. Auch das Thema Elektromobilität gewinnt spürbar an Fahrt", erklärte Ploss.

Der Konzernumsatz von Infineon soll im zweiten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorquartal voraussichtlich um 3 Prozent zulegen, die bereinigte operative Marge auf 13 Prozent sinken. Die Aktie verlor nach dem Handelsstart gute 4 Prozent und war damit Schlusslicht im Dax.

Analysten und Händler sprachen von einem schwachen Ausblick. Gut aufgenommene Zahlen zum Jahresbeginn und der bestätigte Jahresausblick konnten die Anleger nur teilweise entschädigen. Das Geschäftsjahr müsse nach hinten raus stärker werden, kommentierte Analyst Jürgen Wagner vom Investmenthaus Mainfirst in einer frühen Einschätzung. Commerzbank-Experte Thomas Becker schrieb, der Ausblick sei gemessen am schwächeren Branchentrend "okay".

rei/reuters/dpa

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