Sonntag, 22. Oktober 2017

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Spektakuläre Pläne für Röhren-Rakete in Europa Im Hyperloop von Berlin nach München in 46 Minuten

Erste Hyperloop-Teststrecke
Hyperloop One
Erste Hyperloop-Teststrecke

Die Entwickler des Unterdruck-Transportsystems Hyperloop preschen mit neuen Plänen für Strecken in ganz Europa vor. Neun Routen sollen insgesamt 44 Metropolen miteinander verbinden, in deren Umkreis 75 Millionen Menschen leben. Zusammengenommen würden die Routen auf eine Länge von 5000 Kilometern kommen.

"Europa ist aufgeschlossen für neue Ideen im Transportwesen wie keine andere Region in der Welt und kann den nächsten großen Sprung mit dem Hyperloop machen", sagte Unternehmens-Chefaufseher und -Mitgründer Shervin Pishevar in Amsterdam. Eines Tages sollte ganz Europa mit dem Hyperloop verbunden sein.

Zum Auftakt schlägt die Firma neun Strecken auf dem Kontinent vor, darunter drei und Großbritannien und eine in Deutschland. Bei letzterer handelt es sich um einen Ring, der von Berlin im Uhrzeigersinn über Leipzig, Nürnberg, München, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Hamburg zurück in die Hauptstadt führt.

Das Transportsystem geht auf eine Vision von Milliardär Elon Musk zurück. Der Vorschlag erinnert an eine überdimensionale Rohrpost, mit der Menschen und Lasten mit bis zu 1200 Kilometern pro Stunde befördert werden sollen. Das soll etwa durch die aerodynamische Form der Wagen und den niedrigen Luftdruck möglich werden.

Eines der größten Hindernisse für einen schnellen Erfolg des Konzepts sind die hohen Baukosten. Internen Dokumenten von Hyperloop One zufolge würde der avisierte Bau einer 170-Kilometer-Strecke durchs Silicon Valley laut dem US-Magazin "Forbes" umgerechnet acht bis 11,5 Milliarden Euro kosten, also 47 bis 68 Millionen Euro pro Kilometer. Zum Vergleich: Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken in Europa haben zuletzt etwa 20 Millionen Euro pro Kilometer gekostet.

Sehen Sie hier, welche Hyperloop-Routen die Entwickler vorschlagen

Unter dem Namen Hyperloop sind mehrere voneinander unabhängige Firmen aktiv, die Musks Vision umsetzen wollen. Hyperloop One hatte zuletzt mit einer ersten Teststrecke in Nevada für Aufsehen gesorgt.

Das konkurrierende Unternehmen Hyperloop Transport Technologies arbeitet laut "Bild am Sonntag" ebenfalls an Streckenplänen für Deutschland und hatte dazu Kontakt mit der Lufthansa aufgenommen. Laut der Zeitung soll die Airline berechnet haben, auf welchen Strecken der Hyperloop theoretisch Flüge ablösen könnte. Dabei handele es sich um die Strecken von München nach Hamburg, Berlin und Düsseldorf sowie von Köln nach Berlin. Die Lufthansa äußerte sich dazu nicht.

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