Freitag, 9. Dezember 2016

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Elon Musks Hyperloop-Projekt MIT-Studenten dürfen die rasende Kapsel bauen

Die Röhrenpost für Menschen: Das Hyperloop-Modell der MIT-Studenten
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MIT Hyperloop Team

Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass der umtriebige Tesla-Gründer Elon Musk seine neueste Zukunftsvision vorgestellt hatte: Der Hyperloop soll vielbeschäftigte Kalifornier in Rekordzeit von San Francisco nach Los Angeles bringen. Die etwa sechsstündige Autofahrt sollte in Musks Vorstellung durch eine rund halbstündige Kapselreise in einer Hochgeschwindigkeitsröhre ersetzt werden - bei bis zu 1220 Stundenkilometern.

Bei einem Design-Wettbewerb an der Texas A&M University bekam nun ein 25-köpfiges Team des Massachusetts Institute of Technology (Cambridge) den Zuschlag, die erste Kapsel zu bauen. Die Studenten setzten sich gegen fast 1000 weitere Wettbewerbsteilnehmer durch, schreibt die Nachrichtenagentur AP. Auch zwei Teams aus Deutschland (TU München und Universität Oldenburg) waren dabei.

Der sogenannte Hyperloop wird häufig als Flugzeug in einer Röhre, aber ohne Flügel bezeichnet. In mehreren Kapseln sollen Menschen oder auch Waren in einer rasenden Geschwindigkeit transportiert werden können. Frühen Plänen zufolge soll jede Kapsel 20 bis 30 Personen befördern können. Luftkissen sollen die Geschosse dabei stabilisieren.

Anders als in früheren Vorstellungen setzt das Siegerteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nicht hauptsächlich auf Aluminium für den Kapselbau, sondern auf Karbonfasern und Polykarbonat. Eine Kapsel soll demnach etwa 250 Kilogramm wiegen. Insgesamt handelt es sich nach Angaben auf der Website um ein magnetisches Schwebesystem.

MIT-Kapsel-Entwurf setzt auch auf Karbonfaser und Polykarbonat

Musk veranschlagte die Kosten auf sechs bis 7,5 Milliarden Dollar - eine Summe, die Kritiker als viel zu hoch oder auch unrealistisch bezeichneten. Der Großteil davon entfiele auf den Bau der Strecke: zwei nebeneinander verlaufende Röhren auf Stelzen. Durch diese sollen sich die Kapseln mit einem eigenen Antrieb bewegen.

Musk, der auch Chef des Elektroautoherstellers Tesla ist, setzte von Anfang an auf ein offenes Entwicklungskonzept, ähnlich wie beim Betriebssystem Linux. Dies mündete nun in den besagten zweitätigen Wettbewerb in Texas.

Außerdem wurden die Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) und Hyperloop Technologies gegründet. Zuletzt war zudem bekannt geworden, dass das Fortune-500-Unternehmen Aecom eine 1,6 Kilometer lange Teststrecke in der Nähe des SpaceX-Firmengeländes bei Los Angeles bauen soll. Die Firma will den Angaben zufolge im Frühjahr mit dem Bau beginnen. Auch HTT baut eine Teststrecke in der Reißbrettstadt Quay Valley zwischen San Francisco und Los Angeles.

Obwohl die Planungen für den Hyperloop vergleichsweise rasch vorankommen, rechnen Kritiker nicht mit einer tatsächlichen Umsetzung des Zukunftsprojekts. So lautet einer der häufigsten Kritikpunkte, dass für die Röhren kein Platz in den Städten sei und einen zu tiefen Eingriff in die Infrastruktur bedeuteten - ähnlich wie beim deutschen Transrapid.

yes/rei/ap

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