Mittwoch, 24. Januar 2018

Bieterkampf um Autobahnbetreiber möglich Hochtief muss um Abertis kämpfen

Mautstraßen gelten als verlässliche und lukrative Einnahmequelle

Der Bieterwettkampf um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis bleibt spannend: Die spanische Börsenaufsicht CNMV blieb am Montag bei ihrer Genehmigung für das Kaufangebot des italienischen Wettbewerbers Atlantia. Auch der deutsche Bau- und Dienstleistungskonzern Hochtief ist an Abertis interessiert und hat momentan das höhere Angebot.

Hinter dem italienischen Mautstraßenbetreiber Atlantia steht die Modedynastie Benetton. Hochtief hatte im Oktober ein rund 17,1 Milliarden Euro schweres Gebot aus Barmitteln und Aktien für Abertis vorgelegt. Das bisherige Atlantia-Angebot hat auf vergleichbarer Basis einen Wert von rund 15,7 Milliarden Euro. Beide Konzerne sollen Insidern zufolge bereit sein, ihre Offerten - wenn nötig - noch einmal in die Höhe zu schrauben.

Die Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis ist ein Politikum in Spanien. Die Regierung hatte die Börsenaufsicht zu einer erneuten Überprüfung der Offerte aus Italien gedrängt. Dagegen kann Hochtief auf die Rückendeckung seines spanischen Hauptaktionär ACS bauen, der als gut vernetzt in der Regierung gilt.

Abertis gilt als hochprofitabel

Die spanische Börsenaufsicht erklärte nun, sie habe vollstes Vertrauen, "dass der Übernahmeprozess normal weitergehen kann". Sie verteidigte ihre Genehmigung der Kaufofferte der italienischen Atlantia und beugte sich damit nicht dem Wunsch des Infrastrukturministeriums, die Entscheidung zu widerrufen.

Abertis mit Firmensitz in Barcelona betreibt mautpflichtige Straßen und Autobahnen in Spanien und ist auch in Chile, Brasilien und Frankreich aktiv. Insgesamt umfasst das Straßen-Netz mehr als 8600 Kilometer in 14 Ländern. Das Unternehmen expandierte in den vergangenen Jahren stark außerhalb Spaniens und macht mittlerweile mehr als 70 Prozent seines Konzernumsatzes im Ausland.

Mehr als 70 Prozent der Umsätze werden außerhalb des Heimatmarkts eingefahren. Das Unternehmen ist hochprofitabel. 2016 erwirtschaftete Abertis einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro. Der operative Ertrag (Ebitda) lag bei 3,2 Milliarden, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 796 Millionen Euro.

rei/dpa/Reuters

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