Sonntag, 16. Dezember 2018

Aufsichtsratswahl Großaktionär Thiele siegt bei Vossloh

Heinz Hermann Thiele (Archivbild): "One man bulldozer"

Der Machtkampf um den Bahnzulieferer Vossloh ist entschieden. Großaktionär Heinz Hermann Thiele hat eine Woche nach der Hauptversammlung den Vorsitz im Aufsichtsrat erobert - gegen den ausdrücklichen Willen der Gründerfamilie.

Werdohl - Der Großaktionär Heinz Hermann Thiele hat sich im Machtkampf um den Aufsichtsratsvorsitz beim Bahntechnikkonzern Vossloh durchgesetzt. Thiele, gegen den die Gründerfamilie Vossloh zuletzt erbittert Front gemacht hatte, wurde zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt, wie der Vossloh-Konzern am Mittwoch mitteilte. Zugleich wurde Thiele auch zum Vorsitzenden des Personalausschusses bestimmt.

Bei der Hauptversammlung von Vossloh Börsen-Chart zeigen in der vergangenen Woche war es zum Eklat zwischen Großaktionär Thiele und der Gründerfamilie Vossloh gekommen. Die Familie hatte erfolglos Thieles Wahl in den Aufsichtsrat verhindern wollen und ihm vorgeworfen, dort nach der Macht zu greifen. Der mit 51,48 Prozent knapp gewählte Thiele hatte damals noch offen gelassen, ob er den Vorsitz des Gremiums anstrebt.

Eine erste Abstimmung über einen neuen Aufsichtsratschef endete Insidern zufolge in der vergangenen Woche mit einem Patt. Der Milliardär und Knorr-Bremse-Eigner Thiele hatte in der Vergangenheit Vossloh-Anteile aufgekauft und sich so eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent gesichert.

Vertreter der Familie Vossloh, die über 30 Prozent der Anteile kontrolliert, hatten von Thiele Klarheit über seine Pläne verlangt, auch Vertreter von Kleinaktionären hatten bei der Hauptversammlung Informationen verlangt. Thiele hatte bei dem Aktionärstreffen gesagt, es gebe bei ihm keine Beschlusslage für eine Übernahme und ein Squeeze-out, also ein Herausdrängen der übrigen Aktionäre. Mittlerweile sei aber ein "Mikroskop" nötig, um Unterschiede zwischen seiner Beteiligung und der Familie Vossloh zu erkennen.

Thiele ist bei Vossloh seit seinem Einstieg im Frühjahr 2011 als "one man bulldozer" bekannt. Er ist zugleich Eigner und Aufsichtsratschef des Bremsenherstellers Knorr-Bremse, den er lange Zeit selbst führte. Das manager magazin beschrieb ihn als "Deutschlands härtester Unternehmer".

ak/rtr/dpa-afx

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