Freitag, 22. März 2019

Verkauf von Hanson Building an Lone Star HeidelbergCement kommt beim Schuldenabbau voran

Stammwerk von HeidelbergCement in Leimen: Börsengang von Hanson Building ist vom Tisch

HeidelbergCement verkauft sein nordamerikanisches und britisches Bauproduktegeschäft an den Finanzinvestor Lone Star. Mit den Milliardeneinnahmen will der Konzern Schuldenberg tilgen.

Frankfurt am Main - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen verkauft sein Bauproduktegeschäft in Nordamerika und Großbritannien an den Finanzinvestor Lone Star. Ein Börsengang der Tochter Hanson Building ist damit vom Tisch. "Wir werden mit dem Mittelzufluss den Abbau der Verschuldung beschleunigen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung unserer finanziellen Zielwerte, die für eine Verbesserung unserer Bonitätsbewertung relevant sind", erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele.

Den Abschluss des Verkaufs erwartet HeidelbergCement im ersten Quartal 2015. In die Kassen des Heidelberger Unternehmens werden 1,3 Milliarden Dollar fließen. Abhängig vom Geschäftserfolg von Hanson Building im kommenden Jahr wird 2016 noch ein Betrag von maximal 100 Millionen Dollar fällig. Analysten hatten zuletzt mit Einnahmen von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro aus der geplanten Trennung vom Bauproduktegeschäft gerechnet.

Mit dem Verkauf kommt der drittgrößte Baustoffproduzent nach Lafarge Börsen-Chart zeigen und Holcim Börsen-Chart zeigen beim Abbau seines Schuldenbergs weiter voran. Die Nettoschulden lagen Ende September mit 7,6 Milliarden Euro unter denen des Vorjahresquartals, aber noch immer über der Zielmarke von 6,5 Milliarden Euro.

Konzern fährt zweigleisig

Die Heidelberger arbeiten seit Jahren am Abbau des Schuldenbergs von ursprünglich 14 Milliarden Euro, der durch die Übernahme des britischen Baustoffkonzerns Hanson 2007 entstanden war. Das Bauproduktegeschäft war ein Teil von Hanson, passte nach Aussage des Vorstands aber nicht zum Kerngeschäft von HeidelbergCement. 2013 erreichte die Sparte mit rund 4600 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar und einen bereinigten Betriebsgewinn (pro-forma Ebitda) von 90 Millionen Dollar.

Konzernchef Scheifele hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, beim Abstoßen des Bauproduktegeschäfts zweigleisig vorgehen zu wollen - also gleichzeitig direkte Verkaufsverhandlungen zu führen und als Alternative einen Börsengang vorzubereiten. Er hoffte, so einen möglichst hohen Preis erzielen zu können.

Neben dem Preis habe unter anderem auch der höhere Aufwand bei einem Börsengang eine Rolle bei der Entscheidung für einen Verkauf gespielt. Dieser sei letztlich die attraktivere Variante gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher. Beraten wurde HeidelbergCement von BNP Paribas, BofA Merrill Lynch und der Deutschen Bank.

ts/rtr

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