Mittwoch, 14. November 2018

Markensterben bei Zigaretten Dem HB Männchen geht die Luft aus

Markensterben bei Zigaretten: Welche Schachteln von der Bildfläche verschwinden
imago

Wenige Monate bevor die neue Tabakgesetzgebung greift und abschreckende Schockfotos die Markennamen auf den Zigarettenschachteln verdrängen, dünnen die Zigarettenhersteller ihr Markenportfolio aus.

Laut einem Bericht der "Lebensmittelzeitung" streichen angesichts der neuen Vorschriften und einer erwarteten Steuererhöhung im Mai gleich mehrere Hersteller ihre Markenportfolios zusammen. Weil die Hersteller wegen der geplanten Erhöhung des künftigen Mindeststeuersatzes bereits im Februar Preislisten für die einzelnen Produkte bei den offiziellen Stellen abliefern müssen, dürfte die Sortimentsbeschneidung dem Bericht zufolge aber schon bis Februar greifen.

Während das Portfolio von Marktführer Philipp Morris (mit Marken wie Marlboro L&M und Philip Morris) im Vergleich zur Konkurrenz ohnehin eher übersichtlich ist, hat bei der Konkurrenz das Großreinemachen begonnen. Um nicht für jede noch so kleine Marke eine neue, gesetzeskonforme Verpackung entwickeln zu müssen, sortieren viele Konzerne Underperformer aus oder lassen sie in andere, bereits bestehende Marken übergehen.

So will der Tabakkonzern BAT sein Portfolio nach eigenen Angaben von aktuell noch 16 auf rund sechs Marken reduzieren.

"Der Aufwand, beispielsweise die Packungsumstellung aufgrund der neuen Bildwarnhinweise, wird sich nicht für alle Marken lohnen", begründete der Konzern seinen Schritt gegenüber manager-magazin.de. "Es gibt Nischenmarken, bei denen die Umstellung im Verhältnis zum Marktanteil einfach zu teuer sein wird."

HB muss bangen

Welche Labels genau dem Rotstift zum Opfer fallen werden, konkretisierte BAT bislang nur teilweise. Verschwinden sollen offenbar Golden American, Winfield, Peer 100, Lux und/oder Krone. Was mit Traditionsmarken wie Prince Denmark, Lord oder HB passieren werde, sei noch nicht endgültig entschieden, hieß es.

Wirklich gut dürfte die Chancen für die Marke mit dem HB-Männchen aber nicht stehen. In den 70ern Jahren in Deutschland marktführend, wurde HB schon vor langer Zeit von Malboro als deutsche Spitzenmarke beerbt. Mittlerweile sind von den einst 27 Prozent Marktanteil Schätzungen zufolge nur noch knapp ein Prozent geblieben.

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