Freitag, 17. August 2018

Reederei kämpft mit Konkurrenz Hapag-Lloyd tiefer in den roten Zahlen

Verlust ausgeweitet: Hapag-Lloyd fährt rot

Die Zeiten sind nicht gerade rosig. Vor gerade einmal sechs Wochen kappte die Reederei Hapag-Lloyd Börsen-Chart zeigen die Prognosen, nun präsentieren die Hamburger ihre Halbjahreszahlen. Unterm Strich vergrößerte sich der Verlust im Jahresvergleich von knapp 43 Millionen auf fast 101 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um zwei Prozent auf rund 89 Millionen Euro zurückgegangen.

Als Grund für den hohen Verlust verwies Hapag-Lloyd auf den harten Konkurrenzkampf und auf gestiegene Treibstoffpreise, die derReederei schwer zu schaffen gemacht hätten.

Zwar war in den ersten sechs Monaten die Menge der transportierten Container um fast 40 Prozent auf 5,8 Millionen Einheiten gestiegen. Da jedoch die Frachtraten sanken, fiel das Umsatzplus mit 20 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro deutlich niedriger aus. Höhere Preise für angemietete Frachter und der Anstieg der Treibstoffkosten sorgten zudem für den Anstieg des Verlusts. Zwei Drittel roten Zahlen entstand im zweiten Quartal.

Um die Kosten zu senken will Konzernchef Rolf Habben Jansen nun die Digitalisierung des Geschäfts beschleunigen und die Entwicklung der neuen Strategie beschleunigen. "Wir überprüfen die Wirtschaftlichkeit unserer Schiffssysteme und optimieren unsere Terminalverträge, um zusätzliche Entlastungen auf der Kostenseite zu erzielen", kündigte der Manager an. Für die kommenden Monate erwarte er eine langsame Verbesserung des Marktumfelds, allerdings könnten die geopolitischen Unsicherheiten dies erschweren. Eine schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit sei daher von enormer Bedeutung.

Habben Jansen hatte seine ursprüngliche Jahresprognose bereits Ende Juni gekappt. Demnach könne sich das Ebit im Vergleich zum Vorjahr schlimmstenfalls auf 200 Millionen Euro halbieren. Im günstigsten Fall könne es aber auch auf 450 Millionen Euro steigen. Nur wenige Tage darauf wurde bekannt, dass der französische Konkurrent CMA CGM versucht hatte, Hapag-Lloyd zu übernehmen.

Doch wie Großaktionär Klaus-Michael Kühne auf der Hauptversammlung Anfang Juli klarstellte, habe er das Angebot gekontert. Er sehe die Hamburger Reederei nicht als Übernahmekandidat, eher solle es andersherum laufen und Hapag-Lloyd CMA CGM übernehmen. Allein, wie die Hamburger den Branchendritten übernehmen wollten, dürfte eine große Herausforderung darstellen.

akn/dpa/rtr

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH