Montag, 24. September 2018

Modehaus Gerry Weber Gründer Udo Hardieck gestorben

 Udo Hardieck gründete mit Gerhard Weber zusammen Modelabel Gerry Weber
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Udo Hardieck gründete mit Gerhard Weber zusammen Modelabel Gerry Weber

Einer der beiden Unternehmensgründer der Modefirma Gerry Weber ist gestorben. Udo Hardieck sei nach schwerer Krankheit am Donnerstag im Alter von 74 Jahren verstorben, berichtet die "Textilwirtschaft". "Der Verlust von Udo Hardieck hat uns tief bestürzt" teilten der Mit-Unternehmensgründer Gerhard Weber und sein Sohn Ralf Weber mit.

Der Vorläufer der börsennotierten Gerry Weber International wurde 1973 unter dem Namen Hatex in Halle Westfahlen von Gerhard Weber und Udo Hardieck gegründet. Produziert wurden zunächst Damenhosen, später ausgeweitet auf Damenmode. 1986 wurde schließlich das Label Gerry Weber Börsen-Chart zeigen eingetragen. Bekanntheit erhielt es besonders durch Tennisspielerin Steffi Graf, mit der Gerry Weber noch vor deren Wimbledonsieg einen Werbevertrag geschlossen hatte. Anfang 2015 übernahm schließlich Ralf Weber den Vorstandsvorsitz des mittlerweile börsennotierten Unternehmens. Keine leichte Aufgabe, denn das Geschäft des Modeunternehmens läuft nicht mehr rund.

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Wie andere Modefirmen auch, kämpft Gerry Weber mit den sich wandelnden Bedürfnissen der Kundschaft. Zwar hatte Weber 2015 die Marke Hallhuber übernommen und die neue Marke "talkabout" gegründet, um so eine jüngere Kundschaft anzusprechen, doch ist mit der Marke auch die Kundschaft gealtert und Kritiker bemängeln, dass der Umschwung sowie die Digitalisierung zu spät gekommen sei. Das Mutterunternehmen muss sich so auch einem harten Sanierungsprogramm unterziehen. So soll die Produktion und Verwaltung verschlankt sowie bis zu 150 Stellen abgebaut werden.

Zuletzt meldete das Unternehmen jedoch rote Zahlen, die Umsatz- und Gewinnerwartungen wurden reduziert. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahr 2017/2018 sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent auf 404,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach bis Ende April um 46,7 Prozent auf 3,2 Millionen Euro ein. Die Mitarbeiterzahl war bis Ende April binnen eines Jahres um 343 auf 6595 reduziert worden

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