Freitag, 20. Juli 2018

Öl-Servicesparte wird verkauft, Medizintechnik ausgegliedert General-Electric-Chef krempelt Konzern komplett um

General-Electric-Chef John Flannery lässt bei der einstigen Industrie-Ikone keinen Stein mehr auf dem anderen

Radikalkur beim Siemens-Rivalen General Electric: Die Zugantriebssparte wird mit einem Wettbewerber zusammengelegt, das Gasmotorengeschäft steht zum Verkauf - ebenso auch die Öl- und Gastochter. Zudem will GE-Chef Flannery die Medizintechnik ausgliedern. Am Ende werde sich der Konzern auf die Felder Kraftwerke, Erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren.

Der US-Industrieriese General Electric (GE) sucht mit einer Radikalkur den Weg aus der Krise. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, will er sich künftig nur noch auf die Felder Kraftwerke, Erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren.

Die Medizintechnik mit einem Umsatz von 19 Milliarden Euro werde GE hingegen ausgliedern und die Öl- und Gastochter Baker Hughes in den kommenden zwei bis drei Jahren verkaufen. Der Öl- und Gasbereich von GE erzielte 2017 einen Umsatz von 17,23 Milliarden US-Dollar. Der Verwaltungsrat habe den Plänen bereits zugestimmt. Die Aktie legte vorbörslich zu.

GE-Chef John Flannery sprach von einem Meilenstein in der Geschichte der US-Industrieikone. GE werde durch die Einschnitte agiler und könne Schulden abbauen. Luftfahrt und Energie seien die Felder, die das größte Wachstum versprechen. Der Konzern rechnet mit Einsparungen von mindestens 500 Millionen US-Dollar bis zum Jahr 2020. Die Schulden sollen im gleichen Zeitraum um 25 Milliarden Dollar sinken.

GE werde ein "fokussiertes High-Tech-Industrieunternehmen" mit einer deutlich verbesserten Bilanz sein, teilte das Unternehmen weiter mit und warb bei Investoren um Verständnis und Unterstützung, berichtet Bloomberg.


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Der Siemens-Konkurrent steckt in der schwersten Krise seiner 126-jährigen Unternehmensgeschichte. Wegen schwacher Ergebnisse und des Wertverfalls an der Börse fliegt der Konzern nun auch aus dem US-Leitindex Dow Jones Industrial heraus, dessen Gründungsmitglied er war.

Konzernchef Flannery hatte angekündigt, Firmenteile im Wert von 20 Milliarden Dollar zu versilbern. Einiges wurde bereits eingeleitet. So wird die Zugantriebssparte GE Transportation mit dem Zugausrüster Wabtec zusammengelegt.

Erst am Montag hatte GE mitgeteilt, für 3,25 Milliarden Dollar sein Geschäft mit Gasmotoren und Geräten zur dezentralen Stromerzeugung an den Finanzinvestor Advent zu verkaufen.

rei/dpa/Reuters

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