Montag, 20. November 2017

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Siemens-Konkurrent General Electric GE erwägt Trennung von Zugsparte wegen "furchtbarer" Zahlen

Der US-Industrieriese General Electric will Konzernteile für 20 Milliarden Dollar verkaufen, die Zugsparte ist ein heißer Kandidat

Der US-Mischkonzern General Electric Börsen-Chart zeigen stellt offenbar sein Zuggeschäft auf den Prüfstand. Erwägt werde die Suche nach einem Partner, eine Ausgliederung oder ein Verkauf, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Der neue Chef John Flannery hatte vergangene Woche wegen schwacher Geschäfte die Jahresprognose drastisch gekappt und eine Verschlankung des Konzerns angekündigt.

Die Geschäftszahlen bezeichnete er vor wenigen Tagen als "fürchterlich" und "inakzeptabel". Die guten Teile des GE-Geschäfts würden durch andere ausgebremst, die "Investitionen und Management-Ressourcen schlucken ohne Aussicht auf substanziellen Gewinn". In den kommenden Jahren will sich GE Börsen-Chart zeigen deshalb von Geschäften im Wert von 20 Milliarden US-Dollar trennen.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll auch die Sparte Healthcare-IT auf dem Prüfstand stehen. Mit dem Verkauf beider Sparten würde der Siemens-Konkurrent gut die Hälfte von geplanten 20 Milliarden Dollar an Verkaufserlösen erzielen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es sei allerdings nicht sicher, ob es dazu auch tatsächlich komme. Auch GE-Chef Flannery hatte vergangene Woche darüber geschwiegen, welche Konzernteile abgetrennt werden sollten.

GE fertigt vor allem Fracht-Diesellokomotiven. Konkurrenten wie Siemens oder Alstom, die vor ein paar Wochen den Zusammenschluss ihres Zuggeschäfts angekündigt hatten, sind dagegen eher im Passagiergeschäft tätig. Daneben fertigt die GE-Sparte noch Bergbauausrüstung sowie Schiffsmotoren.

Die Bahnindustrie befinde sich im Abwärtstrend, hieß es bei den vom WSJ befragten Branchenkennern. Daher sei jetzt der beste Zeitpunkt für GE auszusteigen. Was das Geschäft wert ist, ist noch unklar. Die Zugsparte von GE verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang von 8 Prozent und ein Gewinnminus von 15 Prozent. Im vergangenen Jahr trug die Sparte 4,7 Milliarden zum GE-Umsatz von knapp 124 Milliarden Dollar bei.

GE ist laut der Zeitung auch nach der Suche nach einem Käufer für sein Geschäft mit Informationstechnologie für die Gesundheitsbranche. Dabei könnte der Bereich ganz oder in Teilen veräußert werden. Auch hier ist der Wert der Sparte unklar. Eine GE-Sprecherin wollte sich gegenüber der Zeitung nicht äußern.

wed/dpa/rtr

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