Samstag, 17. November 2018

US-Ikone in der Krise GE mit 20 Milliarden Euro Quartalsverlust

Logo von GE: Die Quartalsdividende fällt auf einen Cent je Aktie

Eine massive Abschreibung in der kriselnden Kraftwerksparte hat der angeschlagenen US-Industrie-Ikone General Electric Börsen-Chart zeigen einen riesigen Quartalsverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende September ein Minus von 22,8 Milliarden Dollar (20,1 Milliarden Euro), wie der Siemens-Rivale am Dienstag in Boston mitteilte.

Die Dividende wurde weiter zusammengestrichen und zwar drastisch - von zwölf auf einen Cent. Das soll dem Konzern rund 3,9 Milliarden Dollar pro Jahr sparen.

"Unsere Ergebnisse sind weit vom vollen Potenzial entfernt", sagte der neue Vorstandschef Larry Culp. Er hatte den Spitzenjob erst Anfang Oktober übernommen, nachdem das über 125 Jahre alte Traditionsunternehmen Vorgänger John Flannery vor die Tür setzte - es war bereits der zweite Chefwechsel innerhalb von nur 14 Monaten.


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General Electric befindet sich schon länger in einer schweren Krise. Die Erlöse sanken im abgelaufenen Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 4 Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar.

Umbau der Kraftwerkssparte geplant

Nach dem Mega-Verlust im vergangenen Quartal plant GE einen Umbau der schwächelnden Kraftwerkssparte. "Die Priorität in den ersten 100 Tagen meines Amtes liegt darauf, das Unternehmen wieder auf die Gewinnerstraße zurückzubringen", sagte Culp. Er will nun das schwächelnde Geschäft mit Gasturbinen vom Rest der Kraftwerkssparte trennen. Er hatte sich in seinem früheren Job beim US-Mischkonzern Danaher bereits einen Namen als erfolgreicher Sanierer gemacht.

Neue Jahresziele nannte der Manager zunächst nicht, obwohl dies Anfang Oktober signalisiert wurde. Der Umsatz ging im Berichtsquartal auf 29,57 Milliarden Dollar von 30,66 Milliarden Dollar zurück.

An der Börse war bereits mit einem milliardenschweren Verlust gerechnet worden. Die GE-Aktien notierten im vorbörslichen US-Handel kaum verändert.

Bilanztricks bei GE: Der Niedergang einer Ikone

GE leidet wie sein deutscher Konkurrent Siemens Börsen-Chart zeigen unter einer zurückgehenden Nachfrage nach Turbinen für traditionelle Kraftwerke. Dazu kamen technische Probleme mit einer neuen Generation von Gasturbinen. Mehrere Kraftwerke, die damit betrieben wurden, mussten deswegen heruntergefahren werden. 2017 stand ein Konzernverlust von sechs Milliarden Dollar zu Buche. Im dritten Quartal gingen die Aufträge in der Kraftwerkssparte um 18 Prozent zurück, die Umsätze fielen um ein Drittel. Unter dem Strich wies der Unternehmensbereich einen Verlust von 631 Millionen Dollar aus.

Große Turbinen für Gas- und Dampfkraftwerke sind nicht mehr gefragt, Energiekonzerne setzen auf Wind, Sonne und dezentrale Erzeugung. Siemens hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr die Streichung von mehr als 6000 Stellen in der Sparte beschlossen.

Noch vor zwei Jahren gehörte GE zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt, im Juni stieg der Konzern aus dem Dow-Jones-Index ab, dem es seit 1907 angehört hatte. Beim Börsenwert hat Siemens das einstige Vorbild überholt.

mg/dpa-afx

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