Sonntag, 19. November 2017

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Pleite mit Ansage- Ärger bei René Lezard Jetzt ist auch Escadas Ex-Tochter Laurel insolvent

Laurel, SinnLeffers, Strenesse, Steilmann und sogar Hugo Boss: Der Niedergang der deutschen Mode-Mittelständler
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Neues Krisenopfer in der Modebranche: Nach einer monatelangen Hängepartie muss nun auch die ehemalige Escada Tochter Laurel Insolvenz anmelden. Ein entsprechendes Vorhaben kündigte das Unternehmen am Montag an. Vorausgegangen war der Ankündigung ein langes Ringen mit den Anleihegläubigern des Unternehmens, denen ein potenzieller chinesischer Investor umfangreiche Zugeständnisse abringen wollte. Offenbar erfolglos.

Am Montag sagte Laurel eine ursprünglich für Montag geplante Gläubigerversammlung ab. Gegen die Forderung nach umfangreichen Zugeständnissen hatte es massiven Widerstand gegeben. Eine bereits im Oktober einberufene Versammlung der Anleihegläubiger war wegen zu geringer Präsenz nicht beschlussfähig gewesen. Die Gläubiger einer 2012 herausgegebebenen Mittelstandsanleihe im Volumen von 20 Millionen Euro hätten dort einer Herabsetzung der Anleihe auf 22 Prozent ihres Nennwertes sowie einem Zinsverzicht zwischen September 2016 und Juni 2017 zustimmen sollen.

Nun sagte der mögliche Investor, die Shenzhen Oriental Fashion Asset Management Co, sein Investment an dem auch durch die Russland Krise in weitere Schwierigkeiten geratenen Modeunternehmens "außerhalb der Insolvenz" ab.

Damit erfährt Laurel nun das gleiche Schicksal wie dessen frühere Mutter Escada. Der Modekonzern musste 2009 Insolvenz anmelden und wurde schließlich an Megha Mittal, die Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, verkauft. Im Zuge der Insolvenz wechselte damals Laurel in die Hände des Finanzinvestors Endurance Capital.

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