Donnerstag, 22. November 2018

Spekulation um Strategie Ryanair erwägt angeblich Rückzug aus Frankfurt-Hahn

Ryanair: Fliegt die irische Fluggesellschaft im nächsten Sommer noch ab Hahn?

Nach einem turbulenten Sommer machen der hohe Kerosinpreis, Überkapazitäten und teilweise Streiks der Luftverkehrsindustrie zu schaffen. Gewinne sinken - so auch beispielsweise bei Ryanair Börsen-Chart zeigen. Die irische Fluggesellschaft hat am Montag Zahlen vorgelegt und erstmals seit fünf Jahren einen sinkenden Gewinn im wichtigen Sommerhalbjahr verkündet. Nun berichten mehrere Medien, dass sich Ryanair vom Flughafen Frankfurt-Hahn zurückziehen wolle.

Die "Mainzer Allgemein Zeitung" und "Wiesbadener Kurier" schreiben unter Berufung auf höchste Managementkreise von Ryanair, dass die Airline ab Sommerflugplan 2019 nicht mehr den Flughafen nahe Frankfurt bedienen wolle. Als Grund wird die große Konkurrenz durch die Airports Frankfurt, Köln/Bonn und Luxemburg genannt.

Fluggesellschaft und Flughafen wollten die Meldung zunächst nicht kommentieren. Am Dienstag sagte Ryanair-Sprecher Robin Kiely : "Wir kommentieren keine Gerüchte oder Spekulationen. Die noch ausstehenden Sommerflugpläne 2019 finalisieren wir derzeit." Und Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, erklärte, nach seinen Kenntnissen sei das "völliger Unsinn". "Wir sind in einem regelmäßigen und engen Kontakt mit Ryanair und ich habe keine Hinweise, die auf einen Rückzug hindeuten."

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Ryanair hat derzeit vier Flugzeuge in Hahn stationiert, berichtet der Fachdienst Airliners. Der Flughafen gehört zu 82,5 Prozent dem gebeutelten chinesischen Mischkonzern HNA, der auch Großaktionär bei der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen ist, und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen. Gegen eine komplette Schließung des Ryanair-Standorts spräche, dass in Hahn ein Wartungshanger steht und Ryanair ursprünglich angekündigt hatte, diesen Service ausbauen zu wollen. Im aktuellen Winterflugplan hat die Fluggesellschaft allerdings die Abflüge ab Hahn um rund 20 Prozent reduziert, begründet mit der schwachen wirtschaftlichen Leistung des Flughafens. Dass Ryanair seine Kapazitäten umschichtet, wurde Anfang Oktober deutlich, als die Iren bekanntgaben, dass das Unternehmen zu Anfang November den Standort Bremen schließen werde.

akn mit dpa

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