Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Aeromobil stellt Serienversion seines Flugautos vor König der Lüfte - Flugauto Aeromobil soll 2020 abheben

Fliegendes Auto: Ein Motordreirad in der Luft
Fotos
PAL-V

Als Überflieger über den Stau hinweg - dieses Versprechen will nicht nur das holländische Unternehmen PAL-V einlösen, über das manager-magazin.de bereits berichtete. Nun wagt sich ein weiteres Unternehmen an die Serienfertigung eines Flugautos: In Monaco stellte die Firma Aeromobil aus der Slowakei das endgültige Desgin ihres Flugautos vor, das zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro kosten und ab 2020 ausgeliefert werden soll.

Laut Aeromobil soll sich das Auto in weniger als drei Minuten in ein Flugzeug verwandeln lassen. Für Fahrten auf der Straße lassen sich die Flügel wegklappen. Aeromobil will bis zu 500 Exemplare seines ersten Modells bauen. Wie auch andere Konkurrenten darf das Flugauto nur auf herkömmlichen Flugplätzen oder anderen, dafür explizit freigegebenen Flächen als Flugzeug starten und landen.

Um mit dem Gefährt zu fahren und zu fliegen, müssen die Piloten sowohl einen Führerschein als auch eine Pilotenlizenz besitzen.

Die Auslieferungen des Aeromobils sollen 2020 beginnen, erklärte Firmensprecher Stefan Vadocz. Vorbestellungen nimmt das Unternehmen bereits jetzt entgegen. Bis solche Flugautos zum Massentransportmittel werden, dürfte noch einige Zeit vergehen. Regierung arbeiten weltweit daran, wie sie den Betrieb von unbemannten Drohnen und fahrerlosen Autos künftig regulieren können.

Doch kleine Fluggeräte für den Personentransport gelten aktuell als spannendes Thema in der Luftfahrt- und IT-Branche. Aeromobil ist nicht das einzige Unternehmen, das auf fliegende Autos für Superreiche setzt. Neben dem holländischen Unternehmen PAL-V, das sein Modell "Liberty" seit kurzem zum Verkauf anbietet, arbeitet auch Terrafugia an einem ähnlichen Zwitter aus Auto und Flugzeug.

Auch Uber glaubt an fliegende Autos - für die Kurzstrecke

Das US-Unternehmen wurde von fünf MIT-Absolventen gegründet. Für 10.000 Dollar Anzahlung nimmt Terrafugia bereits Reservierungen für sein Zweisitzer-Flugauto "Transition" an. Noch gibt es aber keinen Verkaufspreis, auch die Zulassungsfragen sind noch ungeklärt. Terrafugia peilt erste Auslieferungen für das Jahr 2019 an.

Und auch der Luftfahrtriese Airbus arbeitet an einem Flug- und Fahrzeug für den Stadtverkehr. Gemeinsam mit der Audi-Tochter Italdesign entwickelt Airbus eine Fahrgastzelle, die von autonom gesteuerten und und elektrisch betriebenen Drohnen durch die Stadt geflogen werden soll.

Der Fahrdienst Uber hat vor kurzem einen Experten für fliegende Autos an Bord geholt, der seit Jahrzehnten an kleineren Fahrzeugen, die vertikal abheben und landen können. Uber will jedoch keine eigenen Flugautos produzieren, sondern sieht sich nach Eigenangaben als "Beschleunigungskatalysator" für die gerade im Entstehen begriffene Flugauto-Branche.

Soll heißen: Ubers stellt sich vor, dass seine Kunden zunächst konventionelle Uber-Autos zu einer Flugtaxi-Haltestelle in einem Wohngebiet nehmen. Von diesem "Vertiport" könnten Kunden dann zur nächsten Haltestelle in der Nähe ihrer Arbeitsstätte fliegen.

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