Mittwoch, 29. Juni 2016

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Suizid von Ex-Siemens-Finanzchef Kaeser "geschockt" von Neubürgers Tod

Heinz-Joachim Neubürger (1953 - 2015):
AFP/ Siemens
Heinz-Joachim Neubürger (1953 - 2015):

Er hatte bis zuletzt in der Siemens-Schmiergeldaffäre um seine Unschuld gekämpft: Nun hat sich Heinz-Joachim Neubürger, einst einer der angesehensten deutschen Top-Manager, das Leben genommen.

Der langjährige Finanzvorstand des Siemens-Konzerns, Heinz-Joachim Neubürger, ist tot. Er habe sich selbst in München das Leben genommen, wurde manager magazin online aus seinem Umfeld bestätigt. Neubürger wurde 62 Jahre alt.

Neubürger war einst einer der angesehensten deutschen Top-Manager. Von 1998 bis April 2006 war er Finanzvorstand des Siemens-Konzerns. Für das Unternehmen hatte er seit 1989 gearbeitet, für die Investmentbank JP Morgan zuvor zehn Jahre. Zusammen mit Vorstandschef Heinrich von Pierer modernisierte er den Konzern und öffnete ihn für internationale Investoren. Zwischenzeitlich galt er deswegen als einer der Favoriten auf die Spitze des Münchener Konzerns.

Die Affäre um die Bestechung von Kunden beendete seine Karriere in der deutschen und auch internationalen Wirtschaft. Im Dezember 2013 hatte ihn das Landgericht München zur Rekord-Schadensersatzsumme von 15 Millionen Euro verurteilt, die er an seinen Ex-Arbeitgeber Siemens hätte zahlen sollen. Nach Auffassung der Richter hatte Neubürger das Schmiergeldsystem bei Siemens durch mangelnde Kontrollen unterstützt. Neubürger ging in Berufung.

"Er wird uns als Mensch und als Aufsichtsrat fehlen"

Im vergangenen Jahr einigten sich Siemens Börsen-Chart zeigen und Neubürger gegen die Zahlung von 2,5 Millionen Euro, den Rechtsstreit zu beenden. Neubürger erkannte damit aber keinerlei Schuld an. Die Siemens-Aktionäre segneten den Kompromiss auf der Hauptversammlung vor wenigen Tagen ab.

Neubürger hatte nach seinem Ausscheiden bei Siemens kurze Zeit beim Finanzinvestor KKR gearbeitet, danach als selbstständiger Berater mit Lebensmittelpunkt in London. Die von ihm erhofften Beratungsaufträge oder Mandate aus der deutschen Wirtschaft blieben aber weitgehend aus. Bis Anfang 2014 war er kurze Zeit Aufsichtsratschef des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer, zuletzt blieb ihm im Wesentlichen ein Mandat im Aufsichtsrat der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen.

Kaeser: "Siemens verdankt ihm viel"

"Die Nachricht vom Tod unseres Aufsichtratsmitgliedes Heinz-Joachim Neubürger macht uns sehr betroffen", erklärte ein Sprecher der Deutschen Börse. "Herr Neubürger war für uns ein geschätzter Ratgeber und Gesprächspartner. Er wird uns als Mensch und als Aufsichtsrat fehlen."

Siemens-Chef Joe Kaeser selbst schrieb in einer internen Stellungnahme, Konzernspitze und Mitarbeiter seien "geschockt" über Neubürgers Tod. "Siemens verdankt ihm viel und würdigt seine Leistungen für unser Haus."

Über den zwischen Siemens und Neubürger geschlossenen Vergleich seien beide Seiten "erleichtert" gewesen und "konnten damit ein belastendes Kapitel eines ansonsten von größtem wechselseitigen Respekt geprägten Verhältnis schließen".

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