Sonntag, 24. Juni 2018

Statistisches Bundesamt  Kühlt sich Konjunktur ab?

Statistisches Bundesamt: Auslandsnachfrage sinkt

Eine schwache Nachfrage aus dem Ausland hat die Nachfrage nach deutschen Industriegütern im März belastet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der gesamte Auftragseingang 0,9 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Nach einer Abwärtskorrektur des Februar-Ergebnisses ist dies schon der dritte Rückgang in Folge. Analysten hatten für März einen leichten Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet.

Schwach entwickelte sich laut Statistikamt die Auslandsnachfrage, die im Monatsvergleich um 2,6 Prozent fiel. Aus der Eurozone kamen 3 Prozent weniger Aufträge, die Nachfrage aus Ländern außerhalb des Währungsraums sank um 2,5 Prozent. Im Inland wurden dagegen 1,5 Prozent mehr Industriegüter nachgefragt.

Nach Gütergruppen konnten nur die Bestellungen von Konsumgütern überzeugen, die um 2,2 Prozent stiegen. Dagegen fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern um 1,8 Prozent, während 0,3 Prozent weniger an Vorleistungsgütern bestellt wurden.

Im gesamten ersten Quartal gingen die Bestellungen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Diese Entwicklung ist ein Spiegelbild des schwachen Wirtschaftswachstums in vielen Industrie- und Schwellenländern zu Jahresbeginn. So war die Eurozone insgesamt im ersten Quartal mit 0,4 Prozent wesentlich schwächer gewachsen als in den Quartalen zuvor.

Das Wirtschaftsministerium relativierte den schwachen Jahresauftakt mit der Bemerkung, die Auftragsbücher der Unternehmen seien weiterhin sehr gut gefüllt. So habe die Reichweite des Orderbestands im Februar bei 5,6 Monaten gelegen. Das sei er höchste Wert seit Beginn der Erhebung der Statistik im Jahr 2015.

Einige Bankvolkswirte zeigten sich weniger gelassen. "Die Konjunktur kühlt sich ab", kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank. Die Debatte um amerikanische Strafzölle habe die exportstarke europäische Industrie verunsichert. Zudem gehe dem starken Wachstum des Vorjahres wohl generell etwas die Luft raus. "Möglicherweise sind die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr zu hoch."

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Analysten der BayernLB zeichneten ein etwas anderes Bild. Sie sehen den Handelskonflikt mit den USA nicht als ursächlich für den Orderrückgang, da Bestellungen aus der Eurozone überdurchschnittlich gelitten hätten. Zudem sei der deutliche Rückgang der Bestellungen von Investitionsgütern auch auf unterdurchschnittliche Großaufträge zurückzuführen. Ohne diese Komponente weist das Wirtschaftsministerium nur ein Monatsminus von 0,1 anstatt 0,9 Prozent aus. Dies stellt laut BayernLB eine Stabilisierung dar.

dpa-afx/akn

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