Dienstag, 23. Oktober 2018

Dax-30-Konzerne schütten 36 Milliarden Euro aus Dividenden im Dax steigen auf Rekordniveau

Mercedes: Daimler schüttet für 2017 erneut die höchste Dividendensumme aus

Die Dividendenausschüttungen der 30 Dax-Konzerne steigen in diesem Jahr erneut auf ein Rekordhoch: Insgesamt 36,1 Milliarden Euro zahlen die Unternehmen ihren Aktionären in diesem Jahr, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die große Mehrzahl der Dax-Konzerne schüttet in diesem Jahr so viel Geld an ihre Aktionäre aus wie nie zuvor: Bei 20 Unternehmen liegt die Dividende auf Rekordniveau, wie aus einer Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) hervorgeht.Allerdings sind die Gewinne der Dax-Unternehmen im Jahr 2017 noch stärker gestiegen, so dass die Ausschüttungsquote an die Aktionäre auf 38 Prozent sinkt.

Größter Dividendenzahler Deutschlands ist auch in diesem Jahr wieder der Autokonzern Daimler Börsen-Chart zeigen , der die Ausschüttungssumme um 12 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro erhöht. Der Versicherungskonzern Allianz Börsen-Chart zeigen (3,5 Milliarden Euro, plus drei Prozent) liegt knapp dahinter auf dem zweiten Platz.

VW verdoppelt Dividende

Auf das stärkste Plus können sich die Aktionäre von RWE und Volkswagen freuen: Der Energieversorger steigert seine Ausschüttung von fünf Millionen Euro auf 922 Millionen Euro, der Autokonzern VW erhöht die Summe um 94 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Wie im Vorjahr gehen die Aktionäre der Commerzbank leer aus, sechs weitere Unternehmen halten ihre Dividende auf dem Vorjahresniveau - kein Unternehmen kürzt nach Berechnungen von EY die Dividende.

"Der starke Anstieg der Dividendenausschüttung spiegelt die gute Entwicklung der meisten DAX-Konzerne im operativen Geschäft und auch die sehr gute Gewinnentwicklung wider. Der Gesamtumsatz und der Gewinn lagen im vergangenen Jahr erneut auf Rekordniveau, die Profitabilität ist gestiegen - da sollten die Aktionäre angemessen beteiligt werden", sagt Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY.

Gewinne steigen stärker als die Dividenden

Noch stärker als die Dividendenausschüttungen stiegen allerdings die Gewinne: Der gesamte auf die Aktionäre entfallende Jahresüberschuss der Dax-Konzerne lag im vergangenen Geschäftsjahr bei knapp 96 Milliarden Euro, ein Anstieg um 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausschlaggebend für den starken Anstieg waren ein starkes Plus bei Volkswagen (um gut sechs Milliarden Euro), vor allem aber die Rückkehr der Energieversorger in die Gewinnzone: Das Konzernergebnis von Eon lag - nach einem Verlust von 8,4 Milliarden Euro im Vorjahr - bei 3,9 Milliarden Euro. Ähnlich war die Entwicklung bei RWE, wo nach einem Minus von 5,7 Milliarden Euro nun ein Gewinn von 1,9 Milliarden Euro anfiel.

Obendrein sorgte die US-Steuerreform für einen spürbaren Anstieg der Konzerngewinne im vergangenen Geschäftsjahr im Volumen von insgesamt fast sieben Milliarden Euro.

Ausschüttungsquote fällt deutlich - von 54 auf 37 Prozent

Aus diesen Gründen schrumpfte die Ausschüttungsquote - also der Anteil der Dividendenausschüttung am gesamten Konzernergebnis - von 54,9 auf 37,7 Prozent. "Die Nachsteuergewinne sind in Summe im vergangenen Jahr insgesamt deutlich stärker gestiegen als die Dividendenausschüttung, was allerdings unter anderem auf Sondereffekte wie die US-Steuerreform, aber auch auf außergewöhnliche Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen zurückzuführen ist", beobachtet Meyer. So hätten die Milliardenverluste der Energieversorger im Vorjahr noch dazu geführt, dass die Dax-Konzerne in Summe eine überdurchschnittlich hohe Ausschüttungsquote aufgewiesen hätten - das habe sich nun normalisiert.

Ausblick: Dividenden dürften weiter steigen

Die anhaltend positiven Konjunkturaussichten dürften auch in diesem Jahr zu einer guten Entwicklung der Dax-Konzerne beitragen, sodass einiges für weiter steigende Dividendenausschüttungen der DAX-Konzerne im nächsten Jahr spreche - wenngleich der Anstieg nicht mehr so stark ausfallen dürfte wie in diesem Jahr: "Viele DAX-Unternehmen sind in Top-Form, und auch die Energieversorger, die vor der Energiewende große Dividendenzahler waren, erholen sich. Ein leichtes Plus bei den Dividendenausschüttungen im kommenden Jahr dürfte daher möglich sein", prognostiziert Meyer.

Allerdings sieht Meyer mit Sorge den wachsenden Trend zu mehr Protektionismus, der gerade die Entwicklung der stark exportabhängigen deutschen Konzerne bremsen könnte. Zudem bewegten sich die Unternehmen zum Teil in hochvolatilen Märkten mit erheblichen politischen Risiken. Obendrein bremse der schwache US-Dollar die Umsatz- und Gewinnentwicklung. Dennoch betont Meyer: "2018 dürfte ein weiteres Rekordjahr werden - das wird sich auch bei den Dividenden widerspiegeln."

mmo

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