Samstag, 18. November 2017

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Geld sparen mit einem neuen Trend Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Umsteigen auf das Dienstfahrrad? Offenbar bieten immer mehr Firmen in Deutschland das ihren Beschäftigten an

E-Bike statt E-Klasse? Ganz so weit ist es noch nicht. Aber immer mehr Firmen leasen für ihre Belegschaft Dienstfahrräder. Die Angestellten sollen so durch Gehaltsumwandlung deutlich günstiger an ein hochwertiges Fahrrad kommen. Das freut auch die Leasing-Branche und die Hersteller.

Seit knapp fünf Jahren gelten für Dienstfahrräder ähnliche steuerliche Regeln wie für Dienstwagen. Seitdem legt das Geschäft mit dem betrieblichen Fahrrad-Leasing kräftig zu. Firmen haben in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Mitarbeiter können sich auf dem Weg vergleichsweise günstig ein Fahrrad zulegen. Die größten Nutznießer sind die Fahrrad-Leasing-Unternehmen hierzulande.

Dazu gehört die Freiburger Firma Jobrad. Sie gilt als einer der Pioniere in dieser Branche. Nach einem etwas trägen Anlauf habe sich die Zahl der Unternehmen, denen Jobrad Leasingangebote vermittelt, in den vergangenen Jahren stetig vergrößert, sagt Firmensprecherin Tina Barth. Im September 2015 waren es 1000, ein knappes Jahr später 2800, inzwischen zählt man 4800 Unternehmen mit eine Million Beschäftigten (Stand: Juli 2017) zum Kundenkreis. Kleine Firmen leasen auch einmal nur eine Handvoll Räder, große Firmen durchaus mehrere Tausend. Der Leasing-Anbieter beschäftigt inzwischen mehr als 100 Menschen.

Mitarbeiter bezahlt Leasing-Raten über Gehaltsumwandlung

Im Herbst 2012 wurden in einem Erlass der Finanzbehörden die Steuervorteile von Dienstwagen auf Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes ausgeweitet. Das heißt: Ein Prozent des Listenpreises muss der Nutzer als geldwerten Vorteil versteuern, wenn er das Rad auch privat nutzen möchte. Für die zurückgelegten Strecken fällt jedoch, anders als beim Auto, keine weitere Versteuerung an. Wie auch bei Dienstwagen wollen sich viele Unternehmen den Umgang mit Mitarbeiterfahrzeugen ersparen und beauftragen Leasing-Firmen.

Ein verbreitetes Modell: Die Firma macht einen Rahmenvertrag mit dem Anbieter, der Mitarbeiter wählt ein Rad aus, die Leasing-Raten werden über Gehaltsumwandlung vom dessen Bruttogehalt abgezogen. Damit sinkt das zu versteuerende Einkommen. So müssen Mitarbeiter und Unternehmen weniger Abgaben leisten. Einige Firmen geben jene Ersparnisse an ihre Mitarbeiter weiter, etwa indem sie die Rad-Versicherung zahlen.

Der Hamburger Anbieter IKB Leasing ist 2014 ins Fahrrad-Leasing eingestiegen. Im ersten Jahr wurden noch 80 bis 100 Leasingverträge abgewickelt, mittlerweile seien es 23.000, sagt Jörg Mertens, der bei IKB Leasing im Bereich Absatzfinanzierung tätig ist. Die Zahl der Unternehmen, die über die Firma Fahrräder leasen, sei in den vergangenen beiden Jahren von 600 auf 3700 gestiegen.

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