Donnerstag, 19. Juli 2018

Ebit laut Aufsichtsratskreisen geringer als angekündigt Stürme verblasen Gewinnziel der Deutschen Bahn

ICE-Züge der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn hat Aufsichtsratskreisen zufolge ihr Gewinnziel für 2017 verpasst. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe 2,15 Milliarden Euro betragen, sagten mit den Zahlen Vertraute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das ist zwar ein Plus von rund 200 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Im Sommer war als Ziel jedoch noch ein Betriebsergebnis von mindestens 2,2 Milliarden Euro angekündigt worden.

Ausgebremst haben den Konzern den Kreisen zufolge zum einen Herbst- und Winterstürme und zum anderen die Sperrung der wichtigen Rhein-Trasse bei Rastatt nach einer Baustellen-Havarie. Dies traf besonders die ohnehin kriselnde Güterbahn, die 2017 in den roten Zahlen blieb. Reuters vorliegende Konzernunterlagen zeigen, dass die Bahndaher auch für 2018 vorsichtiger als zuletzt plant: So wird ein Betriebsgewinn von 2,25 Milliarden Euro statt 2,5 Milliarden anvisiert.

Besser als bei der Güterbahn lief es 2017 im Fernverkehr mit IC und ICE, wo mit über zwei Milliarden Passagieren ein neuer Rekord verzeichnet wurde. Dies half auch, den vom Konzern angepeilten Umsatz von 42,7 Milliarden Euro zu erreichen.

"Verlässlichkeit ist oberstes Ziel für dieses Jahr"

Allerdings läuft bei der Bahn längst nicht alles auf Schiene. Wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, greift die Politik immer ungenierter in den Konzern ein. Darunter leidet die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens - das wohl in Kürze mit dem Bahn-Ableger des Fernbus-Unternehmens Flixbus einen neuen Konkurrenten bekommt.

In diesem Jahr will Bahnchef Richard Lutz vor allem die Verlässlichkeit auf der Schiene verbessern. "Verlässlichkeit ist unser oberstes Ziel für dieses Jahr", sagte Lutz der "WirtschaftsWoche". "Wir halten an dem langfristigen 85-Prozent-Ziel im Fernverkehr weiter fest." Im Januar lag die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr bei 82 Prozent. Es gebe aber nicht "die eine Stellschraube, an der man drehen müsse, um die Pünktlichkeit zu verbessern", sagte Lutz. "Pünktlichkeit ist eine Kollektivaufgabe."

Zu den Zahlen wollte sich ein Konzernsprecher nicht äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz der Bahna m 22. März.

wed/Reuters

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