Mittwoch, 28. September 2016

EQT verkauft Müllverbrenner EEW China stemmt größte Übernahme in Deutschland

Müllverbrennungsanlage des Abfallkonzerns EEW in Hannover: 1,44 Milliarden Euro schwere Übernahme

Die junge Wirtschaftsmacht China sorgt mit einem Zukauf in Niedersachsen für einen neuen Investitionsrekord. Die Holding Beijing Enterprises aus dem Reich der Mitte übernimmt den Müllverbrennungsspezialisten EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Darauf einigten sich die Chinesen mit der bisherigen EEW-Mutter, dem schwedischen Investor EQT. Die Übernahme soll schon Ende Februar unter Dach und Fach gebracht sein. EQT hatte die einstige Tochter des deutschen Energieriesen Eon 2012 zunächst mit knapper Mehrheit und 2015 schließlich ganz übernommen.

EQT zufolge handelt es sich um die bisher größte chinesische Direktinvestition in ein deutsches Unternehmen. Experten und Statistiken bestätigten das am Donnerstag. Demnach übertrifft die Kaufsumme die alten Rekorde klar. Vor kurzem war bekanntgeworden, dass ChemChina, der größte Chemiekonzern aus dem Reich der Mitte, den Münchener Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Millionen Euro erwerben will. Die zuvor größte Transaktion war der Kauf des Betonpumpenherstellers Putzmeister, bei dem der chinesische Baumaschinenhersteller Sany Anfang 2012 zugegriffen hatte.

EEW Energy from Waste (Energie aus Abfall) hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700 000 Haushalte. Selbst der Abfall des verbrannten Abfalls - größtenteils Schlacke - wird später weiter verwendet, vor allem im Straßenbau. Beijing Enterprise gehört der Stadtregierung von Peking. Das Unternehmen betreibt das Müllmanagement der Stadt und ist zugleich Wasser- und Gasversorger.

2014 machte EEW 539 Millionen Euro Umsatz. Der fast dreifach so hohe Kaufpreis der Chinesen spiegelt einen gewaltigen Aufschlag wider, der sich aus den Hoffnungen auf den künftigen Geschäftserfolg der Helmstedter erklärt. So lag der Kaufpreis für KraussMaffei mit 925 Millionen Euro unter dem Umsatz von 2014 (rund 1,1 Milliarden Euro), der zudem in 2015 noch einmal stark zugelegt haben dürfte.

Dass die Chinesen wieder in Deutschland zugreifen, ist kein Zufall. ...

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