Montag, 27. Juni 2016

Größte Fusion in der Chemiebranche Dow und DuPont degradieren BASF zur Nummer 2

DuPont-Chemiewerk in Texas: Aus Dow Chemical und DuPont wird DowDuPont mit einem Marktwert von 130 Milliarden Dollar. Die Fusion wird als reines Aktiengeschäft durchgezogen

In der Chemiebranche wird die erwartete Mega-Fusion vollzogen: Die US-Großkonzerne DuPont und Dow Chemical wollen sich zusammenschließen. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, entsteht mit DowDuPont zunächst der weltgrößte Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF Börsen-Chart zeigen aus Deutschland. Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche.

Zunächst entsteht ein Gigant mit einer Marktkapitalisierung von rund 130 Milliarden US-Dollar. Nach dem Zusammengehen soll der Konzern aber in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden. Zuvor war bereits über eine solche Transaktion spekuliert worden.

Abgewickelt werden soll der Zusammenschluss als reines Aktiengeschäft. Dow-Aktionäre erhalten für jeden ihrer Anteilsscheine genau eine neue DowDuPont-Aktie, während DuPont-Aktionäre je Anteilsschein 1,282 DowDuPont-Aktien erhalten sollen. Damit halten die Dow und DuPont-Aktionäre jeweils rund die Hälfte an der neuen Gesellschaft.

Der Zusammenschluss soll bereits innerhalb der ersten 24 Monaten zu Synergien von rund drei Milliarden Dollar führen. Mit einem Abschluss wird den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2016 gerechnet, wenn die Behörden zustimmen. Danach solle innerhalb von 18 bis 24 Monaten die Aufspaltung in drei börsennotierte Spezialisten erfolgen. DuPont-Aktien standen vorbörslich mit Abschlägen von rund vier Prozent unter Druck, während Dow-Aktien um mehr als ein Prozent zulegten.

"Ein Game Changer für die Chemie-Industrie"

"Die Transaktion ist ein Game Changer für unsere Industrie", sagte Dow-Chef Andrew Liveris. Aus Sicht von DuPont-Chef Edward Breen wird die Fusion unter Gleichen kurzfristig erheblichen Wert durch Synergien schaffen. Die geplante Aufspaltung schaffe darüber hinaus einen noch größeren Wert für Aktionäre, Kunden und auch mehr Möglichkeiten für die Mitarbeiter.

Der neue Agrochemie-Gigant kommt gemessen an den Zahlen von 2014 rein rechnerisch auf einen Umsatz von rund 19 Milliarden Dollar. Das Kunststoffgeschäft bringt rund 51 Milliarden Dollar Umsatz auf die Waage, und der neue Spezialchemie-Teil soll künftig für Erlöse von rund 13 Milliarden Dollar stehen.

Das laufende Jahr war für DuPont bereits sehr turbulent. Im Oktober trat die langjährige Unternehmenschefin Ellen Kullman überraschend von ihrem Chefsessel zurück. Kullman war von Seiten der Investmentfirma Trian Fund Management unter Druck geraten. Der Großaktionär hatte kräftige Kostensenkungen und eine Aufspaltung des Konzerns gefordert. Diesen Vorschlag hatte Kullman als kostenträchtig und riskant zurückgewiesen. Auch Dow-Chemical-Chef Liveris bekam den Druck eines aktiven Aktionärs zu spüren. Unter seiner Führung erholte sich Dow Chemical von einer Beinahe-Pleite während der Finanzkrise

la/dpa/reuters

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