Freitag, 29. Juli 2016

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Einwanderer fühlten sich diskriminiert Agrar-Riese Cargill feuert 200 Muslime nach Streit über Gebete

Cargill-Mitarbeiter an der Elfenbeinküste: Streit um Gebete führt zur Entlassung von knapp 200 Mitarbeitern

Ein Streit um Gebete am Arbeitsplatz ist im US-Bundesstaat Colorado mit einer drastischen Maßnahme zu Ende gegangen: Der Agrarkonzern Cargill hat knapp 200 muslimische Angestellte entlassen, nachdem diese der Arbeit aus Protest ferngeblieben waren. Das berichtet die US-Zeitung "Denver Post".

Damit bekommt die hitzige Debatte um die Integration von Muslimen in den USA neue Nahrung. Seit dem Terroranschlag von San Bernardino versuchen rechtsgerichtete Politiker Muslime als generell inkompatibel mit den USA darzustellen oder sehen in ihnen gar eine akute Bedrohung, so Präsidentschaftsbewerber Donald Trump.

In der Auseinandersetzung bei Cargill ging es darum, wann die aus Somalia stammenden Arbeitnehmer in der Fleischverarbeitungs-Fabrik beten dürfen. Die Arbeiter seinen "in diskriminierender Art und Weise" behandelt worden, sagte der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge.

"Es sind gute Angestellte, die sonst keine Probleme machen"

Aufgrund neuer Regeln für Gebete hätten die Muslime die Arbeit niedergelegt, sagte demnach der Sprecher des Rates, Jaylani Hussein. "Es sind gute Angestellte, die sonst keine Probleme machen." Er ergänzte, dass Missverständnisse über die Gebetsregeln zur Eskalation beigetragen hätten.

Cargill habe die Regeln gar nicht geändert, betonte dagegen ein Unternehmenssprecher. Seit 2009 verfüge die Fabrik über einen Gebetsraum für Angehörige aller Glaubensrichtungen. "Cargill versucht religiöse Rückzugsräume zu schaffen", sagte der Konzernsprecher. Dabei schränkten die täglichen Arbeitsabläufe die Möglichkeiten des Unternehmens allerdings ein.

Dem Cargill-Sprecher zufolge sind 190 muslimische Arbeiter drei Tage hintereinander nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Daraufhin sei die Kündigung eingeleitet worden. Das Unternehmen habe "vernünftige Versuche unternommen", um dies zu vermeiden, sagte ein Sprecher gegenüber der "Denver Post".

Familienbetrieb mit 153.000 Mitarbeitern

Cargill habe womöglich nicht verstanden, dass die Muslime je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten beten müssten, sagte ein Vertreter der Somalischen Menschenrechtskommission. Die Kommission habe den Konzern kontaktiert, um die Wiedereinstellung der Arbeitnehmer zu erreichen.

Cargill ist einer der weltweit größten Konzerne in Familienbesitz. Das Unternehmen beschäftigt 153.000 Mitarbeiter und hat 2015 einen Umsatz von 120 Milliarden Dollar erzielt. Zu den Geschäftsfeldern gehören Lebens- und Futtermittel sowie nachwachsende Rohstoffe.


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