Donnerstag, 26. Mai 2016

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Milliardenverluste, Massenentlassungen Ölriesen bluten wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Höchster Verlust seit mehr als zwei Jahrzehnten: BP baut tausende Stellen ab

Der Öl-Preisverfall trifft die Öl-Multis mit Wucht und reißt riesige Löcher in ihre Bilanzen. BP verbucht den höchsten Verlust seit 20 Jahren. Bei Exxon brechen die Gewinne um fast 60 Prozent ein. Die Konzerne streichen jetzt massiv Stellen.

Der rasante Ölpreis-Verfall hat BP 2015 tief in die roten Zahlen gerissen. Mit 6,5 Milliarden Dollar stand der höchste Verlust seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Bilanz, teilte der britische Konzern am Dienstag mit. Selbst 2010, als BP erste Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Ergebnis nicht so schlecht.

Die Aktien des BP-Konzerns Börsen-Chart zeigen büßten daraufhin rund 9 Prozent ein. Das Management will nun den Stellenabbau ausweiten.

Der Ölpreis ist vergangenes Jahr wegen des weltweiten Überangebots um rund ein Drittel eingebrochen. Seit Mitte 2014 beträgt das Minus sogar 70 Prozent. Russland meldete am Dienstag, es habe im Januar so viel Öl wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr gefördert. Die Opec-Staaten können sich nicht auf eine Drosselung einigen. Der Ölpreisverfall verschärfte sich am Dienstag: Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5 Prozent auf 32,53 Dollar je Barrel (159 Liter).

Lesen Sie hier: Russland überschwemmt den Öl-Markt

Angesichts des Überangebots und des einhergehenden Preisverfalls senken die Öl-Konzerne ihre Kosten massiv, indem sie Stellen streichen und Investitionen kürzen. BP kündigte an, im Raffineriegeschäft - also der Weiterverarbeitung von Öl - 3000 Jobs bis Ende 2017 abzubauen. 4000 Stellen sollen zudem in der Öl- und Gasförderung wegfallen. Zusammen sind das fast 9 Prozent der Belegschaft.

BP-Chef Bob Dudley sagte, der Konzern müsse sich rasch dem veränderten Marktumfeld anpassen. Allein im vierten Quartal summierten sich die Wertberichtigungen wegen der niedrigeren Ölpreise auf 2,6 Milliarden Dollar.

Der Konkurrenz geht es nicht besser. Chevron Börsen-Chart zeigen - die Nummer zwei in den USA - hatte zuletzt den ersten Quartalsverlust seit mehr als 13 Jahren ausgewiesen.

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