Samstag, 24. Februar 2018

100 Klagen gegen Pantoffelhersteller Birkenstock zahlte Frauen einen Euro weniger

Pantoffeln: "Altlasten aus der Vergangenheit"

Frauen haben bei Tochterunternehmen der Birkenstock-Gruppe über Jahrzehnte hinweg weniger Lohn bekommen als ihre männlichen Kollegen. Dazu seien derzeit gut 100 Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Koblenz anhängig, sagte Gerichtsdirektor Hans-Joachim Gans am Montag und bestätigte einen Bericht des Magazins "Der Spiegel". Weiblichen Mitarbeitern in der Produktion sei für die gleiche Arbeit gut ein Euro weniger pro Stunde gezahlt worden.

In einer vorherigen Klagewelle sei der Arbeitgeber bereits zum Teil zu Nach- und Entschädigungszahlungen verurteilt worden.

Die Birkenstock-Gruppe bestätigte die ungleichen Lohnzahlungen. Es handele sich um "Altlasten aus der Vergangenheit", von denen sich die Anfang 2013 angetretene neue Geschäftsführung und Gesellschafterstruktur "in aller Klarheit" distanziere, sagte der Sprecher der Birkenstock-Gruppe am Montag in Neustadt/Wied. Die ungleichen Löhne rührten aus einer Zeit, in der Männer noch körperlich schwere Arbeiten ausgeführt hätten. Seit Anfang 2013 bezahlt Birkenstock Männer und Frauen gleich.

Lesen Sie hier:

Kauder bremst Gesetz zu gleichen Gehältern Weltfrauentag: Sheryl Sandberg und Beyoncé schreiben Merkel

ts/dpa

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH