Dienstag, 20. November 2018

62-Milliarden-Dollar Deal US-Behörde wird Monsanto-Deal wohl genehmigen

Bayer scheint mit seiner angestrebten und umstrittenen Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto fast am Ziel zu sein

Das US-Justizministerium will laut "Wall Street Journal" die geplante Übernahme von Monsanto durch Bayer genehmigen. Für den 62,5 Milliarden Dollar schweren Deal sollten beide Konzerne allerdings noch zusätzliche Vermögenswerte verkaufen müssen, heißt es.

Die Mega-Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer steht einem Pressebericht zufolge vor dem Durchbruch. Die Kartellwächter des US-Justizministeriums hätten entschieden, die mehr als 60 Milliarden Dollar (rund 49 Milliarden Euro) schwere Transaktion unter Auflagen zu genehmigen, schreibt das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die beiden Unternehmen hätten zuvor dem Verkauf zusätzlicher Vermögenswerte zugestimmt.

Bislang handele es sich allerdings nur um eine grundsätzliche Übereinkunft. Wann es zu einer abschließenden Genehmigung komme, sei noch unklar. Das Justizministerium wollte sich zunächst nicht äußern.

Monsanto und Bayer bekräftigten ihre Zuversicht, noch im zweiten Quartal alle nötigen Genehmigungen zum Abschluss der Übernahme besorgen zu können. Im März hatten die EU-Wettbewerbshüter dem im September 2016 angekündigten Deal unter Auflagen zugestimmt.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Der Kurs der Bayer Börsen-Chart zeigen -Aktie sprang im späten Frankfurter Handel um knapp fünf Prozent nach oben und näherten sich wieder der Marke von 100 Euro. Monsanto legten in New York sogar um fast sieben Prozent zu.

BASF übernimmt Teile von Bayers Pflanzenschutzgeschäft

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen meldete, haben sich Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann und Monsanto-Chef Hugh Grant vor kurzem mit Vertretern des Justizministeriums getroffen, um eine Vereinbarung zu sichern. Bayer werde sich von zusätzlichen Saatgut- und Saatgutbehandlungsgeschäften trennen und Zugeständnisse im Bereich Digital Farming machen.

BASF werde auch diese Vermögenswerte übernehmen. "Dieses Paket wird wahrscheinlich kleiner sein, als wir befürchtet hatten", erklärten die Bernstein-Experten. Analyst Markus Mayer von Baader Helvea geht davon aus, dass die Zugeständnisse wohl nicht weit über die bereits mit der Europäischen Kommission vereinbarten hinausgehen werden.

Bayer wollte sich dazu nicht äußern und erwartet den Abschluss der 62,5 Milliarden Dollar schweren Übernahme weiter im zweiten Quartal. Auch BASF, Monsanto und das Justizministerium wollten keine Stellungnahme abgeben.

BASF ist bereits Nutznießer der strengen Auflagen der EU-Kommission, die dem Deal Ende März grünes Licht gegeben hatte. Bayer hat sich verpflichtet, fast sein gesamtes weltweites Geschäft für Saatgut und agronomische Merkmale, einschließlich der Forschung, an die Ludwigshafener zu verkaufen. Daneben sollen das Geschäft mit dem Pflanzenschutzmittel Glufosinat sowie drei wichtige Forschungsprogramme für Breitband-Unkrautvernichtungsmittel an den Chemiekonzern gehen.

Bayer befindet sich darüber hinaus mit BASF in exklusiven Gesprächen über eine Veräußerung seines Gemüsesaatgutgeschäfts. Auch soll BASF eine Lizenz für die aktuellen und in Entwicklung befindlichen Produkte für die digitale Landwirtschaft von Bayer erhalten. Die Veräußerung des gesamten Pakets an BASF wird von der EU-Kommission noch geprüft, über die Genehmigung soll bis Mitte April entschieden werden.

Die Leverkusener steigen mit der Monsanto-Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf. Von zahlreichen Kartellbehörden wie der EU-Kommission und den Wettbewerbshütern aus Brasilien und China hat die Transaktion bereits unter Auflagen grünes Licht erhalten.

rei/dpa

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