Mittwoch, 20. März 2019

Umbau nach Monsanto-Übernahme Bis zu 63 Monatsgehälter Abfindung - Bayer forciert Jobabbau

Bayer: Jobabbau nach toxischer Monsanto-Übernahme

Beim geplanten Abbau von 12.000 Stellen weltweit bietet der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer Börsen-Chart zeigen seinen Mitarbeitern hoch dotierte Aufhebungsverträge an. Sie sollen vor allem älteren Beschäftigten einen vorzeitigen Gang in die Rente ermöglichen, ohne dass diese große Abschläge hinnehmen müssen. Doch auch jüngere Bayer-Mitarbeiter können hohe Abfindungen in Anspruch nehmen. Das sieht eine Vereinbarung zwischen dem Gesamtbetriebsrat und dem Dax -Konzern vor.

Bayer hatte im November angekündigt, rund 12 000 von rund 118 000 Stellen weltweit bis Ende 2021 abzubauen. Davon soll ein "bedeutender Anteil" auf Deutschland entfallen, erklärte Konzernchef Werner Baumann. Bis März sollen Mitarbeiter Klarheit darüber haben, wo Stellen eingespart werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Bayer bis Ende 2025 ausgeschlossen.

Durch so genannte "Flexi Aufhebungsverträge", die über sechs Jahre laufen, soll es Bayer- Mitarbeitern ab 57 Jahren und 35 Rentenversicherungsjahren ermöglicht werden, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Hierbei müssen sie maximal 7,2 Prozent Abschlag der gesetzlichen Rente verkraften. Für jüngere Mitarbeiter wurden Abfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern ausgehandelt. Zudem gebe es Zuschläge für Ehepartner, Kinder und Schwerbehinderte. Bayer-Beschäftigte mit weniger als drei Jahren Betriebszugehörigkeit können eine Abfindung von drei Monatsgehältern erhalten. Zu Details des Pakets, das rückwirkend ab 1. Januar gilt, könnten sich Mitarbeiter individuell beraten lassen.

Bayer hatte im vergangenen November verkündet, rund 12.000 von rund 118 000 Stellen weltweit bis Ende 2021 abzubauen. Ein "bedeutender Anteil", aber nicht die Mehrzahl der Jobs solle auf Deutschland entfallen, erklärte Konzernchef Werner Baumann. Derzeit laufen noch Gespräche, wie viele Jobs an den einzelnen Standorten eingespart werden. Bis März sollen Mitarbeiter Klarheit haben. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Bayer bis Ende 2025 ausgeschlossen

Hintergrund für den Jobabbau ist die schwierige Situation, in die der Konzern nach der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto geraten ist. Die Übernahme von Monsanto wurde zum milliardenschweren Kraftakt mit teuren Nebenwirkungen - die Leverkusener müssen sich einer Klagewelle wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat erwehren. Der Konzern hat noch weitere Baustellen, denn auch das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln läuft nicht rund.

Bei den anstehenden US-Verfahren um den Unkrautvernichter Glyphosat will der zuständige Richter einige umstrittene Dokumente nun doch als Beweismittel zulassen. Einige Kläger argumentieren, Monsanto habe versucht, bei einigen Studien über Glyphosat Einfluss auf die Ergebnisse von Wissenschaftlern und Aufsichtsbehörden zu nehmen. Die Bayer-Anwälte hatten dafür plädiert, diese Unterlagen von dem Verfahren auszuschließen.

mj/dpa/reuters

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