Dienstag, 20. November 2018

Gewinn stagniert, Agrargeschäft schwächelt Bayer braucht mehr Zeit für Monsanto-Übernahme

Gewinn und Umsatz kamen bei Bayer im vergangenen Jahr kaum vom Fleck. Sorgen bereitet dem Konzern mitten in der Monanto-Übernahme vor allem das eigene Agrargeschäft. Auch der Ausblick scheint die Investoren zu enttäuschen. Die Übernahme von Monsanto verzögert sich.

Bayer kommt mitten in der Monsanto-Übernahme in seinem eigenen Agrargeschäft nicht in Tritt. Probleme im wichtigen Markt Brasilien und negative Währungseffekte verhagelten Bayer das Ergebnis in dem Geschäftsbereich, der durch den 63,5 Milliarden Dollar schweren Zukauf des US-Saatgutriesen deutlich ausgebaut werden soll.

"Operativ war 2017 ein Jahr mit Licht und Schatten", sagte Vorstandschef Werner Baumann am Mittwoch. Während es für die Leverkusener im Pharmageschäft weiter rund läuft und Bayer in dem Bereich so viel umsetzte wie nie zuvor, bereitet auch das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten Kopfschmerzen. Im Frankfurter Frühhandel gab die Aktie um rund drei Prozent nach.

Im vergangenen Geschäftsjahr stagnierte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) von Bayer bei knapp 9,3 Milliarden Euro - das gesteckte Ziel eines Ergebnisses leicht über dem Niveau des Vorjahres konnte der Konzern damit nicht erreichen. Die Rheinländer setzten rund 35 Milliarden Euro um und kamen damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls kaum vom Fleck. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 1,5 Prozent.

Investoren nahmen die Nachrichten am Dienstagmorgen verschnupft zur Kenntnis. Vorbörslich rutschte die Aktie von Bayer Börsen-Chart zeigen bei Tradegate um 3 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schluss am Montag ab. "Der Ausblick ist schwach", merkte ein Händler an. Denn am Markt habe man mit einem steigenden Umsatz in diesem Jahr gerechnet.

Für 2018 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz und einem bereinigten Betriebsgewinn auf Vorjahresniveau. Lieferausfälle durch Korrekturmaßnahmen in der Pharmaproduktion nach eine Rüge der US-Gesundheitsbehörde FDA werden das Ergebnis allein mit etwa 300 Millionen Euro belasten.

Monsanto-Übernahme im 2. Quartal erwartet, weitere Verkäufe

Zuwächse im Pharmageschäft sowie in der Tiergesundheit konnten einen stärkeren Ergebnisrückgang bei Bayer im vergangenen Jahr verhindern. Ausgerechnet das Agrarchemiegeschäft geriet zuletzt aber ins Stottern, da der Konzern dort mit unerwartet hohen Lagerbeständen in Brasilien zu kämpfen hat. Auch im Schlussquartal konnte das Ergebnis nach deutlichen Einbußen in den sechs Monaten davor nicht zulegen und gab wegen niedrigeren Preisen in Brasilien und Währungseffekten deutlich nach. Und das, obwohl Vorstandschef Baumann Wachstum und eine gute Ergebnisentwicklung für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellt hatte. Im Bereich mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten setzten dem Konzern ein schwächeres Geschäft in den USA und China zu.

Bei der Übernahme von Monsanto muss sich Bayer weiter gedulden. Das Unternehmen will den größten Zukauf in seiner Geschichte nun im zweiten Quartal abschließen. Zuletzt war Bayer von Anfang dieses Jahres ausgegangen, ursprünglich hatten die Leverkusener auf einen Abschluss Ende 2017 gehofft.

Die EU-Kommission hatte aber Anfang Februar die Prüffrist für den Mega-Deal erneut verlängert und will zum 5. April eine Entscheidung fällen. Um die kartellrechtliche Freigabe zu erhalten, will Bayer nun auch sein gesamtes Gemüsesaatgutgeschäft verkaufen.

rei/Reuters

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